Genfer Privatbank beruft Deutschschweizer CEO

Wie die Bank am Mittwochmorgen bekanntgab, hat sie Fabian Käslin per 1. April 2026 zu ihrem neuen Chief Executive Officer (CEO) ernannt. In dieser Position soll er, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, Jérôme Savioz ablösen, der die Bank seit Juli 2025 interimistisch geleitet hatte. Als Chief Financial Officer (CFO) und Chief Operation Officer (COO) bleibt Savioz dem Haus erhalten.

Bankfachmann Käslin, der im vergangenen Sommer als Leiter Private Banking zur Banque Cramer gestossen war, blickt auf eine lange Karriere bei Julius Bär unter Boris Collardi zurück und nachfolgende Stationen bei der Legend Holding, deren Tochter Banque Internationale à Luxembourg (Schweiz-CFO und -COO) und der Banque Havilland in Liechtenstein (CEO).

Akquisestark und vernetzt

Unter Wealth-Management-Kennern gilt er als akquisestarker und strategisch denkender Kopf und als bestens vernetzt in Schweizer Unternehmerkreisen.

Unter seiner Ägide als CEO verzeichnete die Banque Havilland in Liechtenstein ein markantes Neugeldwachstum – ein solches wäre sicherlich auch bei der Banque Cramer willkommen, die per Ende 2024 Kundenvermögen von lediglich 3,7 Milliarden Franken auswies und damit bislang ein Nischenplayer ist. Die Zahlen für 2025 werden in Kürze erwartet.

Vorige Station: Liechtenstein

Käslins Führungsrolle bei der Banque Havilland endete abrupt im Frühjahr 2024. Als Hintergrund wurden Differenzen mit der Zentrale vermutet. Fünf Monate nach Käslins Rücktritt ging die Banque Havilland in Liechtenstein in die freiwillige Liquidation, nachdem aufgrund von Vorkommnissen am Luxemburger Hauptsitz die Europäische Zentralbank diesem die Banklizenz entzogen hatte (finews berichtete).

Die Berufung des neuen CEOs folgt auf zahlreiche Personalrochaden auf strategischer Ebene, mit denen sich das Genfer Haus, dessen Wurzeln über 300 Jahre zurückreichen, neu aufstellt.

Bewegung auch im VR

Im vergangenen Oktober wurde Reto Kunz, der frühere Chief Risk Officer des Global Wealth Management bei der UBS, zum Präsidenten des Verwaltungsrates gewählt, wie auch finews vermeldete. Seit Ende 2025 gehört ferner Markus Blattmann, wie Käslin ein Bär-Alumnus und früherer Risikochef der Amina Bank (finews berichtete), als Compliance- und Risk-Spezialist dem Verwaltungsrat an.

Als Leiter Private Banking wird der neue CEO gemäss Mitteilung durch Placido Albanese ersetzt, der als Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Investment Services seine Verantwortung erweitert und zusätzlich die Leitung des Bereichs Private Banking übernimmt.

Ambitionierte Handschrift

«Die Ernennung von Fabian Käslin ist ein logischer Schritt», kommentiert VRP Reto Kunz. Damit stelle sich die Bank «für die nächste Entwicklungsphase» auf. Im Zentrum stehe die «Bereitstellung eines wirklich personalisierten ‹Red-Carpet›-Service, unterstützt
durch eine robuste Plattform für nachhaltiges Wachstum».

Fabian Käslin fügte hinzu: «Unser Boutique-Modell ermöglicht es uns, schnell zu handeln und Verlässlichkeit für unsere Kundschaft zu liefern.» Man werde die Positionierung weiter stärken «und gleichzeitig eine langfristige Wertschöpfung für Kunden und Aktionäre sicherstellen».

Die ambitionierte Handschrift der neuen Aufstellung lässt im beschaulichen Genf aufhorchen.