Commerzbank bietet Unicredit die Stirn
Auf Grundlage der jüngsten Verlautbarungen der italienischen Grossbank Unicredit sei «eine einvernehmliche Lösung aus Sicht der Commerzbank aktuell nicht erkennbar», teilte der Konzern am Dienstag offiziell mit.
Die Italiener haben Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt; finews berichtete darüber. Die Unicredit hatte den Commerzbank-Eignern zuletzt 30,80 Euro pro Aktie in eigenen Papieren geboten und die Bank damit mit rund 35 Milliarden Euro bewertet. Das Angebot lag damit nur rund vier Prozent über dem damals massgeblichen Schlusskurs.
In einer ausserordentlichen Generalversammlung am 4. Mai 2026 will sich die Unicredit die Zustimmung ihrer Aktionäre für die nötige Kapitalerhöhung einholen.
«Mehrere Interaktionen»
Die Commerzbank teilte mit, in den vergangenen Wochen hätten «mehrere Interaktionen» stattgefunden, um Grundlagen und Potenziale des in Aussicht gestellten Übernahmeangebots «konstruktiv zu eruieren». Doch die seitens der Unicredit mündlich skizzierten Eckpfeiler einer Transaktion hätten kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für die Commerzbank-Aktionäre über die jetzige Strategie hinaus aufgezeigt.
«Ein Grossteil des von der Unicredit skizzierten Potenzials beruht nicht auf einer Zusammenlegung beider Institute und kann somit auch von der Commerzbank eigenständig, ohne die mit einer Transaktion einhergehenden signifikanten Umsetzungsrisiken, realisiert werden», so das Fazit der Commerzbank.
Feindliches Vorgehen
Hinzu komme, dass die bisherigen Schritte und Veröffentlichungen der Unicredit wiederholt ohne vorherige Abstimmung mit der Commerzbank erfolgt seien, bekräftigte das Frankfurter Geldhaus: «Das ist ein Vorgehen, das den Aufbau des für eine erfolgreiche Transaktion erforderlichen gegenseitigen Vertrauens nachhaltig erschwert.»













