Wealth Office Conference 2026: Das sind die Gewinner des «Battle of the Best»

Früh aufstehen gehörte an der Wealth Office Conference 2026 zum Pflichtprogramm: Bereits um 8 Uhr morgens füllten sich die Säle des Kunsthauses Zürich mit rund 250 Vertretern der Schweizer Wealth-Management-Branche. Der Grund für die frühe Stunde war der Pitch-Wettbewerb «Battle of the Best» von Zwei Wealth. Das unabhängige Vermögensbüro und Technologieunternehmen hatte 22 Institute ausgewählt, die jeweils sieben Minuten Zeit erhielten, um ihre beste Anlagelösung vorzustellen.

Die Besten der Besten

Über Sieg oder Niederlage entschied nicht allein eine Fachjury. Auch das Publikum konnte direkt nach den Präsentationen digital abstimmen und so Einfluss auf das Endergebnis nehmen. Vergeben wurden Preise in den Kategorien «Capital Growth», «Capital Preservation» und «Alternatives» sowie ein Innovation Award.

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Die Gewinner der diesjährigen Wealth Office Conference im Kunsthaus Zürich. Zum Vergrössern auf Lupe klicken. (Bild: Marius Wickli)

 Mit Unabhängigkeit auf Platz eins

In der Kategorie «Capital Growth» ging der erste Platz an Dr. Pirmin Hotz Vermögensverwaltungen, präsentiert von seinem Sohn Florian Hotz. Das familiengeführte Unternehmen verfolge einen unabhängigen Vermögensverwaltungsansatz und setze dabei auf Direktanlagen in Aktien statt auf Fonds oder strukturierte Produkte.

Die Portfolios bestünden aus ausgewählten Unternehmen aus entwickelten Märkten. Der Ansatz sei langfristig ausgerichtet und soll für Kunden nachvollziehbar sowie kosteneffizient umgesetzt werden.

«Mit dem Sieg rechnen darf man nie»

Für Hotz kam die Auszeichnung nicht selbstverständlich. «Mit dem Sieg rechnen darf man nie», sagte er im Gespräch mit finews. Man wolle jeweils eine möglichst gute Leistung zeigen. Für das Unternehmen, das bereits mehrfach an dem Anlass teilgenommen hatte, war es der erste Sieg.

Als Unterschied zu vielen anderen Anbietern verweist Hotz auf die Eigentümerstruktur und Unabhängigkeit des Hauses. «Wir sind 100 Prozent unabhängig sowie familiengeführt und haben keinen Verkaufsdruck, Produkte zu verkaufen wie viele andere Banken», sagte er. Die Anlagestrategie sei bewusst einfach gehalten.

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Florian Hotz von Dr. Pirmin Hotz Vermögensverwalter: Erstplatzierter in der Kategorie «Capital Growth». (Bild: Marius Wickli)

Neben Dr. Pirmin Hotz Vermögensverwaltungen schafften es auch Lapis Finance mit Andreas Wueger (Platz 2) sowie OLZ mit Michael Frei (Platz 3) auf das Podest.

Zusätzlicher Cashflow statt Portfolioumbau

In der Kategorie «Capital Preservation» wurde Emcore Asset Management, mit Sitz in Baar ausgezeichnet, präsentiert von Thomas Keller. Die vorgestellte Strategie soll kein bestehendes Portfolio ersetzen, sondern werde als Ergänzung darübergelegt.

Über systematische Optionsstrategien auf Aktienindizes soll Marktvolatilität genutzt werden, um zusätzlichen Cashflow zu generieren. Anleger müssten dafür ihre bestehenden Anlagen nicht verändern. Nach Angaben von Emcore basiert der Ansatz auf quantitativen Modellen, Risikomanagement und börsengehandelten Optionen.

Keller zeigte sich nach dem Sieg überrascht. Eine asymmetrische derivative Anlagestrategie in sieben Minuten verständlich darzustellen, sei anspruchsvoll. Die Resonanz unmittelbar nach der Präsentation habe jedoch gezeigt, dass das Thema bei Investoren auf Interesse stosse.

Ein Thema, das längst Privatanleger erreicht hat

Besonders hob Keller hervor, dass die Frage nach laufenden Erträgen nicht mehr nur institutionelle Anleger beschäftigt. «Die Problematik eines zu tiefen Cashflows im Gesamtportfolio ist längst nicht mehr nur institutionellen Investoren vorbehalten, sondern definitiv auch bei Family Offices und Privatinvestoren angekommen», sagte er. Der Award sei aus seiner Sicht vor allem eine Bestätigung und ein Anlass für weitere Gespräche.

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Thomas Keller von Emcore, Erstplatzierter in der Kategorie «Capital Preservation». (Bild: Marius Wickli)

Den zweiten Platz in dieser Kategorie belegte Swisspeers mit Alwin Meyer, auf Rang drei folgte die Schwyzer Kantonalbank, vertreten durch Daniel Klee.

Goldanlage mit Impact

In der Kategorie «Alternatives» setzte sich Swiss Positive Gold durch, präsentiert von Thierry Zen Ruffinen von de Pury Pictet Turrettini. Die Lösung bietet Anlegern Zugang zu physischem Gold aus vollständig rückverfolgbaren und verantwortungsvoll betriebenen Minen. Damit verbindet der Fonds die klassischen Eigenschaften von Gold als Diversifikations- und Krisenanlage mit einem Impact-Ansatz, der bessere Umwelt- und Sozialstandards im handwerklichen Kleinbergbau fördern soll.

Für Zen Ruffinen war die Auszeichnung eine Überraschung, zumal es die erste Teilnahme des Unternehmens in Zürich war. Der Award sei eine Anerkennung der geleisteten Arbeit, sagte er. Dabei gehe es nicht nur um Investoren, sondern auch um die Menschen in den Ländern, in denen Gold handwerklich gefördert werde.

«Keep it simple and stupid

Besonders gefreut habe ihn ein Kommentar von Zwei-Wealth-Gründer Patrick Müller, der sinngemäss meinte, wer hätte gedacht, dass eine derart einfache Lösung den ersten Platz gewinnen würde. Das entspreche ganz dem englischen Motto «Keep it simple and stupid», sagt Zen Ruffinen mit einem Lächeln. Im Vergleich zu vielen anderen Ansätzen sei die Lösung kostengünstig, effizient und wirkungsorientiert. «Wenn der Kunde mitmacht, können wir das Leben vieler Leute verändern. Es kostet nichts, Gutes zu tun.» Die Auszeichnung könne zudem dazu beitragen, die Bekanntheit von de Pury Pictet Turrettini in der Deutschschweiz zu erhöhen.

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Thierry Zen Ruffinen von de Pury Pictet Turrettini in der Kategorie «Alternatives». (Bild: Marius Wickli)

Auf den weiteren Podestplätzen landeten Sagard, vertreten durch Ralf Gleisberg, sowie Swise mit Karim Bensalem.

Direkter Zugang zu Schweizer KMU

Den Innovation Award erhielt Swisspeers, präsentiert von Alwin Meyer. Die Plattform soll Investoren direkt mit Schweizer KMU zusammenbringen. Anleger könnten über Swisspeers in geprüfte Unternehmenskredite investieren und erhielten dafür Zinszahlungen.

Swisspeers übernehme dabei unter anderem die Auswahl der Kredite, die Bonitätsprüfung, das Sicherheitenmanagement und die laufende Administration. Der Ansatz soll Investoren einen diversifizierten Zugang zum Schweizer KMU-Kreditmarkt ermöglichen.

Swisspeers räumt doppelt ab

Für Meyer kam der Erfolg überraschend. «Man weiss ja nicht, wie das Publikum reagiert auf das, was man präsentiert», sagt er. Für Swisspeers sei der Award wichtig, weil er Sichtbarkeit schaffe und die Arbeit des Unternehmens bestätige.

Als wesentliches Merkmal des Angebots nannte Meyer den direkten Zugang zu KMU-Krediten. «Wir sind einer der wenigen Anbieter in der Schweiz, der es privaten Investoren erlaubt, direkt in Schweizer KMU zu investieren – und wir machen das auf eine transparente Art und Weise.»

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Alwin Meyer von Swisspeers, Gewinner des Innovation Awards sowie Zweitplatzierter in der Kategorie «Capital Preservation». (Bild: Marius Wickli)

Neben dem zweiten Platz in der Kategorie «Capital Preservation» durfte sich Swisspeers damit über eine weitere Auszeichnung freuen.