VP Bank steigert Gewinn, Neugeldzufluss verliert an Tempo

Die VP Bank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 32,4 Millionen Franken erzielt. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies laut Mitteilung vom Dienstag einem Plus von 12,7 Prozent.

Damit setzt die Bank die Erholung fort, die sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet hatte. Im ersten Halbjahr 2025 war der Gewinn noch um 150,2 Prozent auf 28,8 Millionen Franken nach oben gesprungen –, allerdings von einem tiefen Vergleichsniveau und unterstützt durch einmalige Versicherungserträge von 4,6 Millionen Franken.

Kommissionen kompensieren Zinsrückgang

Der Geschäftsertrag ging 2026 trotz des höheren Gewinns um 2,2 Prozent auf 171,6 Millionen Franken zurück. Der Grund liegt unter anderem im weiterhin schwierigen Zinsumfeld.

Während der Zinserfolg zurückging, konnte die VP Bank im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft zulegen und damit den Rückgang im Zinsgeschäft kompensieren. Auch höhere Dividendenerträge aus Finanzanlagen stützten das Ergebnis. Dagegen entwickelten sich das Handelsgeschäft und der übrige Erfolg rückläufig.

Damit verschieben sich die Ertragstreiber gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2025 war der Zinserfolg bereits um 3,6 Prozent auf 73,2 Millionen Franken gesunken, während der Kommissionserfolg lediglich um 1,1 Prozent auf 69 Millionen Franken gestiegen war. Das Handelsgeschäft hatte damals dagegen kräftig zugelegt.

Kosten nochmals gesenkt

Ein wesentlicher Treiber des höheren Gewinns bleibt die Kostendisziplin. Der Geschäftsaufwand sank um 5,3 Prozent auf 135,2 Millionen Franken. Sowohl Personal- und Sachaufwand als auch Abschreibungen gingen zurück.

Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr fort. Bereits im ersten Semester 2025 waren die Kosten um 4 Prozent auf 142,8 Millionen Franken gesunken.

Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich nun nochmals um 2,7 Prozentpunkte auf 78,8 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 hatte sie noch 81,5 Prozent betragen – nach hohen 91,5 Prozent im ersten Halbjahr 2024.

Kundenvermögen steigen auf 57 Milliarden Franken

Positiv entwickelte sich auch das verwaltete Vermögen. Die betreuten Kundenvermögen stiegen seit Ende 2025 um 6,4 Prozent auf 57,1 Milliarden Franken. Dazu trugen neben der positiven Marktentwicklung Netto-Neugelder von 1,4 Milliarden Franken bei. Dies entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 5,2 Prozent.

Beim Neugeld liegt die Bank damit allerdings unter dem aussergewöhnlich starken Vorjahressemester. Damals waren der VP Bank netto 2,1 Milliarden Franken zugeflossen; die betreuten Vermögen hatten zur Jahresmitte 51,9 Milliarden Franken erreicht.

Die Bilanzsumme erhöhte sich seit Ende 2025 um 7,3 Prozent auf 11,5 Milliarden Franken. Das Verhältnis von Krediten zu Kundeneinlagen lag bei 61,3 Prozent.

Dicke Kapitaldecke

Weiterhin komfortabel präsentiert sich die Kapitalisierung. Die Tier-1- beziehungsweise CET1-Quote erhöhte sich auf 26,0 Prozent. Die Liquidity Coverage Ratio lag bei 157,6 Prozent und damit deutlich über den regulatorischen Anforderungen.

Die Bank führt die Fortschritte insbesondere auf die im Vorjahr eingeleiteten Effizienz- und Wachstumsinitiativen zurück.

Urs Monstein, Group CEO der VP Bank, verweist insbesondere auf die verbesserte Ertragsstruktur: «Trotz eines anhaltend anspruchsvollen Zins- und Währungsumfelds konnten wir unseren Gewinn weiter steigern.»

Vorsichtiger Blick auf das zweite Halbjahr

Für die zweite Jahreshälfte gibt sich die VP Bank erneut zurückhaltend. Nach den saisonal begünstigten Zuflüssen im ersten Semester rechnet sie mit einer Normalisierung des Neugeldwachstums. Zudem falle die Geschäftsentwicklung erfahrungsgemäss im zweiten Halbjahr schwächer aus.

Bereits vor einem Jahr hatte die Bank nach dem starken ersten Semester vor einer Normalisierung im weiteren Jahresverlauf gewarnt.

Das geopolitische Umfeld, tiefe Zinsen und Währungseffekte dürften die Geschäfte auch 2026 belasten. Dank der starken Kapitalisierung und der tieferen Kostenbasis sieht sich die VP Bank dennoch gut positioniert.