Dollar-Schwäche sorgt weiter für Volatilität

Wenn der Frankenkurs und der Goldpreis als Gradmesser für Unsicherheit herhalten, dann hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen einen tiefgreifender Vertrauensverlust in die USA und die Politik von US-Präsident Donald Trump manifestiert. Venzuela und Grönland, Zolldrohungen gegen EU, Kanada und Südkorea oder auch die Frage nach der Unabhängigkeit der Federal Reserve, werden von Marktbeobachtern als Faktoren für den Wertverfall des Greenback zu den meisten wichtigen Weltwährungen gesehen.

Am Dienstagabend haben nun Äusserungen von Trump der US-Währung einen weiteren Dämpfer verpasst. «Dem Dollar geht es grossartig», lautete seine Reaktion als er von einem Journalisten gefragt wurde, ob der Dollar zu stark gefallen sei.

Die Marktreaktion darauf war eindeutig. Zum Schweizer Franken sackte die US-Währung in der Nacht auf Mittwoch zeitweise auf 0,7605 Franken ab und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2015. Der Euro stieg erstmals seit 2021 über die Marke von 1,20 Dollar. Auch der australische Dollar kletterte auf ein Drei-Jahres-Hoch von über 70 US-Cent.

Franken und Gold gefragt

Auch zum Euro ist der Franken weiterhin stark und die Gemeinschaftswährung notiert unter der Marke von 92 Rappen. Der Goldpreis stieg ebenfalls erneut und lag zweitweise über 5'300 Dollar pro Feinunze.

Trump mag offensichtlich einen schwachen Dollar. China, Japan und anderen asiatischen Ländern wirft er schon lange vor, dass sie ihre Währungen künstlich abwerten. Trump traut sich dabei zu, dass er die Richtung nach Belieben vorgeben könne. «Ich könnte ihn (den Dollar) wie ein Jo-Jo steigen oder fallen lassen», sagte er.

Im 12-Monatsvergleich hat der Dollar mit dem jüngsten Rücksetzer rund 15 Prozent an Wert gegenüber dem Franken eingebüsst. Das verteuert Schweizer Waren in den USA – zusätzlich zu den Importzöllen.

Auch der Wert der Fremdwährungsbestände der Schweizerischen Nationalbank ist zu einem grossen Teil vom Dollar abhängig. Nur der Bewertungsgewinn auf die Goldbestände hat bei der SNB im vergangenen Jahr für ein Plus gesorgt.