Kryptobörse zeigt Europa und Australien die kalte Schulter
Die 2015 in den USA gegründete Kryptobörse Gemini beschränkt sich wieder auf den Heimmarkt. Die Börse ist heute in mehr als 60 Ländern tätig.
«Es hat sich gezeigt, dass es aus verschiedenen Gründen schwierig ist, in diesen ausländischen Märkte erfolgreich zu sein. Wir sehen uns mit einer organisatorischen und operativen Komplexität konfrontiert, die unsere Kostenstruktur in die Höhe treibt und uns ausbremst», halten die beiden Gemini-Gründer Cameron Winklevoss und Tyler Winklevoss in einem Blog-Eintrag von vergangener Woche auf der Unternehmenswebsite fest.
«Nachfrage nicht gross genug»
«Ausserdem ist die Nachfrage in diesen Regionen nicht gross genug, um die Standorte zu rechtfertigen. Die Realität ist, dass Amerika über die weltweit grössten Kapitalmärkte verfügt und für Gemini schon immer der wichtigste Standort war.» Vor diesem Hintergrund halten es die Zwillingsbrüder Winklevoss nun an der Zeit, die Reissleine zu ziehen. Gemini konzentriert sich künftig auf Amerika.
Die Konsequenz: Die Kryptobörse baut nicht nur Personal ab, sondern wird sich auch aus den Märkten in Grossbritannien, der EU und Australien verabschieden. «Wir gehen davon aus, dass dies dazu beitragen wird, unsere Gesamtkosten im Einklang mit unserem Personalabbau zu senken und unseren Weg zur Rentabilität selbst vor dem Hintergrund des aktuellen Kryptomarktes deutlich zu beschleunigen.»
Börsengang im rechten Moment, Aktie unter Druck
Gemäss einem Beitrag des «Handelsblatts» (das sich wiederum auf Bloomberg als Quelle beruft) können Kunden in diesen Regionen vom 5. März an nur noch Gelder abziehen. Einen Monat später sollen die Konten bei Gemini definitiv geschlossen werden.
Die anhaltende Schwächephase von Bitcoin & Co dürfte massgeblich zum Ausstiegsentscheid beigetragen haben. Gemini ist seit September 2025 an der Nasdaq kotiert, die Aktien haben seither massiv an Wert verloren. Zumindest mit dem Zeitpunkt des Börsengangs haben die Brüder ein glückliches Händchen bewiesen, erreichte doch der Bitcoin Anfang Oktober einen Rekordwert, bevor die bis heute andauernde Korrekturphase einsetzte.















