Bereits jeder vierte Schweizer nutzt Kryptowährungen

Die Schweiz ist im deutschsprachigen Raum der offenste Markt für Kryptowährungen. Gemäss einer neuen Studie des Beratungsunternehmens BearingPoint nutzen bereits 23 Prozent der Schweizer Bevölkerung Kryptowährungen – deutlich mehr als in Österreich (18 Prozent) oder Deutschland (11 Prozent). Gleichzeitig betrachten 37 Prozent der Befragten Kryptowährungen als attraktive Anlageform. 

Noch weiter geht die Erwartung an die Zukunft digitaler Vermögenswerte: 45 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer glauben, dass Kryptowährungen künftig eine Rolle als internationale Handels- oder Reservewährung übernehmen könnten. Auch hier liegt die Schweiz klar vor den Nachbarländern. 

Kein Gegensatz zwischen Krypto und Gold

Bemerkenswert ist, dass die Offenheit gegenüber Kryptowährungen traditionelle Anlageformen nicht verdrängt. Vielmehr zeigt die Studie, dass beide Anlagewelten nebeneinander bestehen.

Crypto Grafik 1

So beurteilen 80 Prozent der Befragten staatliche Währungen weiterhin als gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel. Gleichzeitig sehen 64 Prozent Gold als wirksamen Inflationsschutz und attraktive Anlage. Die Ergebnisse sprechen damit gegen ein Entweder-oder zwischen klassischen und digitalen Vermögenswerten. 

Grosser Rückhalt für den digitalen Franken

Besonders ausgeprägt ist die Offenheit gegenüber einer digitalen Zentralbankwährung. 44 Prozent der Schweizer Bevölkerung würden einen digitalen Franken im Alltag nutzen. Damit liegt die Schweiz erneut vor Österreich (38 Prozent) und Deutschland (29 Prozent). 

«Die hohe Offenheit gegenüber einem digitalen Franken zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung neuen Geldformen grundsätzlich positiv gegenübersteht», sagt Robert Bosch, Global Leader Financial Services bei BearingPoint. Gleichzeitig bleibe das Vertrauen in staatliche Institutionen und etablierte Finanzstrukturen hoch – eine Kombination, die den Finanzplatz Schweiz stärke. 

Vor allem die Jungen treiben den Markt

Wie bereits frühere Erhebungen zeigt auch die aktuelle Studie deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen nutzen bereits 36 Prozent Kryptowährungen.

Zudem bleibt die Nutzung stark geschlechtsspezifisch geprägt. Während 31 Prozent der Männer digitale Vermögenswerte besitzen, liegt der Anteil bei den Frauen bei lediglich 15 Prozent. Nach Einschätzung von BearingPoint dürfte die zunehmende Akzeptanz der jüngeren Generation den Kryptomarkt langfristig weiter in den Mainstream führen.