Vontobel-Veteran heuert in Wien an

Ulrich Behm ist seit dem 1. Oktober CEO der Superfund Gruppe, wie das Unternehmen mitteilte. Er verantwortet das globale Geschäft der Gruppe in Europa und Asien.

Geholt hat ihn Gründer Christian Baha: «Wir haben in den letzten Monaten bereits intensiv zusammengearbeitet», lässt er sich in der Mitteilung zitieren.

Ein Vierteljahrhundert Vontobel

Behm promovierte an der Universität St. Gallen und begann 1994 als Berater bei McKinsey. 1999 wechselte er zu Vontobel Asset Management, zunächst als Regional Head Europe in Zürich.

Von 2008 bis 2022 führte er als CEO das Asien-Pazifik-Geschäft des Asset Managers von Hongkong aus (finews berichtete). Danach kehrte er nach Zürich zurück und leitete bis Juli 2024 das Schweizer Geschäft.

Abstecher zu den Katastrophenanleihen

Im August 2024 stieg Behm als Partner bei der Zürcher Investment-Boutique Solidum Partners ein, die auf Cat Bonds und andere verbriefte Versicherungsrisiken spezialisiert ist (finews berichtete). Gemäss seinem LinkedIn-Profil endete dieses Engagement im September.

Anfang Juni wurde Behm zudem stellvertretender Präsident im Verwaltungsrat der Zürcher Finanzboutique DCP Client Partner (finews berichtete).

Regeln statt Prognosen

Baha gründete Superfund 1995 in Wien, die Holding sitzt in Vaduz. Das Kerngeschäft sind sogenannte Managed Futures: Computermodelle folgen Trends auf über 150 Terminmärkten und gehen dabei long oder short. Prognosen und Bauchgefühl sollen keine Rolle spielen.

Der eigentliche Clou war der Zugang. Superfund öffnete diese Hedgefonds-Strategie 1996 als einer der ersten Anbieter für Privatanleger. Dazu kamen Anteilsklassen, die zusätzlich an den Gold- oder Silberpreis gekoppelt sind.

Vom Höhenflug in die Krise

Bis 2008 gehörten die Superfund-Fonds zu den Überfliegern der Branche. Danach folgten schwächere Jahre; die Gruppe schloss 2009 rund ein Drittel ihrer Auslandsbüros.

Seit 2023 verbreitert Superfund die Palette. Neben der Trendfolge-Strategie in einem luxemburgischen Fonds bietet die Gruppe liechtensteinische UCITS-Themenfonds zu Blockchain und Edelmetallen an, dazu den Multi-Asset-Fonds Quadriga All Seasons.

Büro in Zürich, Kunden später

Behm soll das Asset Management der Gruppe nun weltweit «auf- und ausbauen», wie er sich in der Mitteilung zitieren lässt. Superfund stehe für «schnelle Entscheidungswege».

Die Schweiz muss sich noch gedulden. «Superfund hat in der Tat eine Niederlassung in Zürich, ist derzeit jedoch nicht in der Schweiz mit Vertriebsaktivitäten präsent», sagt Behm auf Anfrage von finews. «Vertriebsaktivitäten in der Schweiz sind zu einem späteren Zeitpunkt geplant.»