Traditionsreicher Vermögensverwalter residiert neu im Weissen Schloss
Wie wichtig ist heute noch ein physischer Standort an attraktiver Lage? Durchaus relevant, findet der unabhängige Vermögensverwalter NS Partners und hat deshalb seine Zürcher Niederlassung von der auch nicht gerade peripher gelegenen Freigutstrasse ins Weisse Schloss (das der Zurich Versicherung gehört) am General-Guisan-Quai disloziert.
«Ja, wir haben nun mehr repräsentative Räumlichkeiten und Sitzungszimmer. Zum einen können wir darin unsere Kunden besser empfangen. Die meisten von ihnen schätzen trotz digitaler Alternativen den persönlichen Austausch.
Zum anderen ist ein ansprechender Standort auch wertvoll, um die Mitarbeiter zu motivieren», führt Pascal Scherer, Leiter der Zürcher Niederlassung von NS Partners, im Gespräch mit finews aus. «Aber es ist kein Palast, die Fläche für die neuen Mitarbeiter beträgt 220 Quadratmeter.»
Seit 1990 in Zürich vor Ort
Scherer ist bereits sechs Jahre Leiter der Zürcher Dependance des 1964 von Beat Notz und Christian Stucki gegründeten Vermögensverwalters, der seit 1990 in der Schweizer Finanzplatzmetropole präsent ist. Hauptsitz ist in Genf –, die Gruppe hat auch Niederlassungen in London, Luxemburg, Madrid, Mailand und Bermuda. Der Vermögensverwalter wird direkt von der Finma beaufsichtigt und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter.
«2020 verwalteten wir Assets über 10 Milliarden Franken, heute sind es 15 Milliarden, wozu natürlich auch die gute Marktentwicklung beigetragen hat», hält Scherer fest. Der Fokus liege auf qualitativem Wachstum. «Natürlich wollen wir weiter zulegen, aber wir haben keine harten Zielgrössen.»
Attraktiv für Private-Banking-Kundenberater
Dazu passt, dass NS Partners im laufenden Konsolidierungsprozess in der Schweizer Vermögensverwalterlandschaft mit Bedacht agiert. «Wir sind insbesondere für Kundenberater von Banken attraktiv, die sich wieder mehr aufs Kerngeschäft und weniger auf die Administration und Compliance konzentrieren möchten und haben jüngst einige Zuzüge aus Private-Banking-Kreisen verzeichnen können.»
Dagegen ist die Option externes Wachstum bislang nicht genutzt worden. Man schaue sich zwar regelmässig andere Vermögensverwaltungsgesellschaften an, habe sich aber bisher gegen Übernahmen entschieden, weil die Integration zu schwierig erschienen habe, begründet Scherer.

Auch die neuen Büros von NS Partners haben Seesicht. (Bild: zVg)
NS Partners ist bereits in der dritten Generation unterwegs und wird heute von zwölf Partnern geführt. Die lange Geschichte und Kontinuität spürt man auch, wenn Scherer auf die Kernkompetenzen zu sprechen kommt. «Wir sind keine Traders, sondern verfolgen einen langfristigen Ansatz und sind stark in aktiven Aktienanlagen. Dabei sind wir bei unserer Selektion keinem bestimmten Stil wie Value oder Growth verpflichtet. Zusätzlich sind unsere Kunden überdurchschnittlich in Hedge Funds und Gold investiert.»
Fund of Hedge Funds bis heute als Flaggschiff
Das bereits 1974 lancierte Flaggschiffprodukt, der Haussmann-Fonds, wird heute zwar offiziell als einer der ältesten Multi-Asset-Management-Fonds bezeichnet. Doch Scherer scheut sich nicht, im Gespräch den alten Begriff Fund of Hedge Funds zu verwenden. Solche Anlagevehikel, die sich darauf konzentrieren, die besten Hedge-Funds-Manager zu identifizieren, um sich in deren Gefässen zu engagieren, waren vor der internationalen Finanzkrise 2008 sehr beliebt, danach aber etwas in Verruf geraten.
«In den letzten Jahren hat der Haussmann-Fonds, der in die besten 35 Hedge Funds investiert, aufgrund der guten Performance auch Neugelder angezogen und ist von 1 Milliarde auf nun 1,8 Milliarden Dollar gewachsen», erklärt Scherer. «Hat man diesen Fonds im Depot, kann man definitiv gut schlafen.»
Austausch mit Kunden aus dem Ausland
Etwa ein Viertel der Kunden von NS Partners kommt aus der Schweiz, der Rest aus Europa und Lateinamerika.
Besonders die Klientel aus dem Ausland dürfte es schätzen, von seinem Vermögensverwalter in der Limmatstadt nun im historisch bedeutsamen und architektonisch prägnanten Weissen Schloss mit Seeblick empfangen zu werden.















