UBS-CEO-Nachfolge: Wer hat die Nase vorn?

Laut der «Financial Times» will UBS-CEO Sergio Ermotti im April 2027 von seinem Amt zurücktreten; die UBS nimmt dazu keine Stellung; finews berichtete darüber. Fest steht jedoch: Das Rennen um einen der lukrativsten CEO-Posten in der Bankenszene geht damit in eine entscheidende Phase.

Angestossen wurde der Prozess schon viel länger, unmittelbar nach der Rückkehr von Ermotti zur UBS. Relativ schnell war klar, dass die kombinierte Grossbank dabei stark auf eine interne Lösung setzt. UBS-Präsident Colm Kelleher hatte bereits im November 2023 in einem Interview mit der «Financial Times» gesagt, dass man innerhalb von zwei Jahren eine Liste von drei potenziellen Nachfolgern für Konzernchef Ermotti aufstellen werde. Zudem schloss er auch eine externe Kandidatur nicht aus. 

An internen «Papabiles» mangelt es nicht, allerdings werden zwei die grössten Chancen eingeräumt. Unsere Übersicht: 

Iqbal Khan


Iqbal Khan. (Bild: zVg)

Er ist und bleibt der Kronfavorit: Iqbal Khan. Obwohl der Co-President Global Wealth Management und President UBS Asia Pacific derzeit in Asien stationiert ist, gilt er als nach wie vor sehr gut vernetzt in der Schweiz. Zudem besitzt er den Schweizer Pass, was bei der Nachfolge-Reglung durchaus eine Rolle spielen kann. Khan stiess 2019 als Co-President Global Wealth Management zur UBS. Davor war er bei der Credit Suisse tätig, wo er Führungspositionen als CFO Private Banking & Wealth Management sowie CEO International Wealth Management innehatte. 

 

Rob Karofsky


Rob Karofsky. (Bild: zVg)

Wenn jemand Iqbal Khan auf dem Weg zum CEO im Weg stehen könnte, dann dürfte es Rob Karofsky sein. Er wurde im Juli 2024 zum Co-President Global Wealth Management und President UBS Americas ernannt. Allerdings ist auch gut möglich, dass die Banken andere Pläne mit ihm hat. In den USA ortet die UBS ihr derzeit grösstes Wachstumspotenzial. Aus diesem Grund hat die Bank im Herbst vergangenen Jahres ein Gesuch für eine nationale Banklizenz in den USA eingereiht. Es würde nicht weiter überraschen, wenn Karofsky die Aufgabe zuteil wird, die Expansion in den Staaten voranzutreiben. 

 

Aleksandar Ivanovic


Aleksandar Ivanovic. (Bild: zVg) 

Aleksandar Ivanovic wurde im März 2024 zum President Asset Management ernannt. Er ist jung, mit Jahrgang 1976 gleich alt wie Iqbal Khan, ebenfalls Schweizer und weist einen beachtlichen Leistungsausweis aus. Seine Karriere begann er 1992 mit einer  Banklehre bei UBS, arbeitete in allen UBS-Geschäftsbereichen und hatte später verschiedene Führungspositionen bei Credit Suisse und Morgan Stanley inne. Ivanovic verfügt also über gute Karten. Mit Khan befindet sich jedoch ein Kandidat im Rennen, der noch über viel bessere Karten und eine breitere internationale Erfahrung verfügt. 

 

Bea Martin Jimenez


Bea Martin Jimenez. (Bild: zVg)

Ihr wurden zuletzt in Medien immer grössere Chancen eingeräumt. Klar: Bea Martin Jimenez blickt auf eine beachtliche Karriere bei der Schweizer Grossbank zurück. Seit ihrem Eintritt im Jahre 2012 wurde die gebürtige Spanierin mit immer mehr Aufgaben und Verantwortung betraut. Zuletzt wurde sie auf Anfang dieses Jahres zur Group Chief Operation Officer ernannt. Ihre Beförderung ging zu Lasten von Technologiechef Mike Dargan, dessen Spielraum beschnitten wurde und der Ende 2025 die Bank Richtung N26 verliess. Nicht wenige gehen davon aus, dass Martins Ernennung zum Abgang von Dargan geführt haben soll. 

Martin spielt eine wesentliche Rolle beim Integrationsprozess. Doch intern ist ihr Führungsstil nicht unumstritten. Zudem besitzt sie zu wenige bis keine Erfahrungen in dem für einen CEO-Posten wichtigen Bereichen Wealth Management.  

 

Sabine Keller-Busse


Sabine Keller-Busse. (Bild: zVg) 

Ihr Name taucht in Zusammenhang mit der Nachfolge von Sergio Ermotti gelegentlich immer wieder auf: Sabine Keller-Busse. Allerdings werden ihr keine wirklichen Chancen eingeräumt, auch soll sie nicht auf der Bank-internen Shortlist stehen. Zudem wird sie in Zusammenhang mit Zurich genannt, wo der Nachfolgeprozess für CEO Mario Greco läuft. Keller-Busse gehört seit April 2021 dem Verwaltungsrat des Schweizer Versicherungskonzerns an.