Orcels Versprechen: Unicredit will 80 Prozent ausschütten
Die neuen Finanzziele stellte Unicredit gemeinsam mit den Zahlen für das vierte Quartal vor. In diesem Zeitraum erzielte die Bank einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden Euro und lag damit über den Analystenprognosen von 1,96 Milliarden Euro. Steuerliche Vorteile und Sondereffekte glichen dabei Integrationskosten von mehr als 1 Milliarde Euro aus.
Die harte Kernkapitalquote lag Ende Dezember bei 14,7 Prozent nach 14,8 Prozent im Vorquartal. Trotz diesem leichten Rückgang stellt die Grossbank ihren Eigentümern in den kommenden fünf Jahren hohe Ausschüttungen in Aussicht. Bis 2030 will Unicredit rund 50 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückgeben. Grundlage seien steigende Gewinne und eine weiter verbesserte Kapitalbasis, erläuterte CEO Andrea Orcel.
Nach Angaben der Bank sollen künftig 80 Prozent des Gewinns an die Eigentümer fliessen – entweder als Bardividende oder als Aktienrückkäufe. Die Erlöse sollen dabei im Schnitt um 5 Prozent pro Jahr wachsen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die italienische Bank mit einem Gewinn von rund 11 Milliarden Euro, 2028 sollen es etwa 13 Milliarden Euro sein.
Lukrativer Umbau
Seit seinem Amtsantritt 2021 hat Orcel den Konzern umgebaut: Stellen wurden abgebaut, wenig profitable Geschäfte aufgegeben und Mittel in renditestärkere Bereiche verlagert. Der Aktienkurs der Bank ist seit fünf Jahren um mehr als das Siebenfache gestiegen. Damit hat der ehemalige UBS-Banker mehr Spielraum für Zukäufe. Allerdings stocken derzeit seine Vorstösse bei der italienischen Banco BPM sowie bei der deutschen Commerzbank. Beide Übernahmepläne stossen auf politischen Widerstand.
Commerbank-Übernahme wird immer teuer
Unicredit war im September 2024 mit 9 Prozent bei der Commerzbank eingestiegen und hat ihre Beteiligung seither weiter aufgestockt. Inzwischen kontrolliert die Mailänder Bank 29 Prozent der Anteile, 3 Prozent davon entfallen auf Finanzinstrumente. Orcel würde die Commerzbank am liebsten komplett übernehmen, sieht sich dabei aber nicht unter Zeitdruck. «Möglicherweise ergibt sich zu einem späteren, nicht näher definierten Zeitpunkt die Option, die Beteiligung in eine kombinierte Struktur zu überführen», sagte er kürzlich in einem Podcast.
Dass Orcel auf Zeit spielt, liegt auch daran, dass eine mögliche Übernahme für ihn inzwischen deutlich teurer wäre. Die Commerzbank-Aktie hat seit Anfang 2025 um 116 Prozent zugelegt. Die meisten Analysten sehen ebenfalls nur noch eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Zusammenschluss kommt.














