Bankenmonitor: Verhältnis der Bevölkerung zur Finanzbranche bleibt zwiespältig
Die Schweizer Bevölkerung hat zu den Banken weiterhin ein gespaltenes Verhältnis. Das bestätigt der jüngste Bankenmonitor, den die Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) am Dienstag samt Medienmitteilung publiziert hat. Der Monitor basiert auf einer repräsentativen Meinungsumfrage, die von der SBVg seit 1995 regelmässig durchgeführt wird. Für die aktuelle Studien befragte das Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 9. und dem 31. Oktober 2025 gut 1'000 Stimmberechtigte telefonisch und online.
Die Bevölkerung ist weiterhin sehr an Wirtschafts- und Finanzthemen interessiert. Mit 82 Prozent erreichte das Interesse 2025 sogar einen Rekordwert. Die grosse Bedeutung der Banken wird anerkannt. 93 Prozent zählen sie zu den tragenden Branchen der Schweizer Wirtschaft – ex aequo mit der Pharmaindustrie.
Grafik: Bankenmonitor
Allerdings beurteilen lediglich 53 Prozent die Banken per se als positiv. Damit liege das Vertrauen wieder auf dem Niveau vor der Finanzkrise, hält die SBVg fest. Am Image kratzen die Wahrnehmung, dass Banken ihren eigenen Profit stärker gewichten als die gesellschaftliche Verantwortung, und Zweifel am tatsächlichen Nachhaltigkeitsengagement. Nur noch 52 Prozent glauben, dass Banken heute nachhaltiger unterwegs sind als vor fünf Jahren.
Grafik: Bankenmonitor
Dagegen fällt die Beurteilung der eigenen Bank ausgesprochen positiv aus. 83 Prozent der Befragten sind mit ihrer Hausbank zufrieden und schätzen deren Leistung, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit. Demgegenüber verliere das Thema Nachhaltigkeit auch im direkten Verhältnis zur Hausbank zunehmend an Bedeutung, hält der Bankenmonitor fest.
Grafik: Bankenmonitor
Interessant ist vor dem Hintergrund der laufenden Regulierungsdebatte die Beurteilung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes. Diese ist für 91 Prozent der Befragten wichtig. Allerdings sind nur noch 27 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Schweizer Banken wettbewerbsfähiger sind als die Konkurrenz im Ausland. Hintergrund sind geopolitische und regulatorische Entwicklungen, eine Mehrheit erwartet, dass sich der Druck künftig verschärft und es (noch) schwieriger wird, (noch) bestehende Standvorteile zu verteidigen.
Grafik: Bankenmonitor
Etwas weniger euphorisch als bei früheren Umfragen fällt das Urteil zur Digitalisierung des Finanzsektors aus. Immerhin 65 Prozent betrachten sie noch als Chance. Effizienzgewinne und verbesserte Dienstleistungen würden anerkannt, gleichzeitig wüchsen Sorgen über Sicherheitsrisiken, Arbeitsplatzverluste und den Rückgang persönlicher Kundenkontakte. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz verstärke diese Ambivalenz, heisst es im Bankenmonitor.
Fazit von Roman Studer, CEO der SBVg: «Die Banken sind tragende Pfeiler unserer Volkswirtschaft und leisten einen entscheidenden Beitrag zu Wohlstand und Stabilität – das wird breit anerkannt. Zugleich fordern geopolitische und regulatorische Entwicklungen sowie die fortschreitende Digitalisierung die Banken stärker denn je. Umso erfreulicher ist es, dass es ihnen gelungen ist, selbst in diesem anspruchsvollen Umfeld eine verlässliche Hausbank für ihre Kundinnen und Kunden zu bleiben – ein stabiler Fels in der Brandung.»



















