VP Bank: So gelang der Gewinnsprung

«Die VP Bank kann mehr», versprach Verwaltungsratspräsident Stephan Zimmermann an der Medienkonferenz im März 2025. Der Gewinn war um mehr als 57 Prozent auf noch 18 Millionen Franken gesunken, die Geschäftsleitung verzichtete auf einen Bonus und das Sparprogramm wurde intensiviert. 12 Monate später erläutert Zimmermann vor den Analysten und Medienvertretern, wie die Bank den Reingewinn von 18 auf 47 Millionen Franken steigern konnte. «Die starken Märkte haben sicher geholfen, wichtig waren unsere operativen Fortschritte», sagte der VR-Präsident.  

Tiefere Kosten

Auffallend sind vor allem die tieferen Kosten: Der Personalaufwand ohne die variablen Entschädigungen sank um fast 10 Prozent auf 172,8 Millionen Franken. Die Zahl der Vollzeitstellen reduzierte sich um 6,1 Prozent auf 920. Laut Group CEO Urs Monstein wurden gut 30 Stellen in Hongkong und Singapur abgebaut, die andere Hälfte am Hauptsitz in Vaduz und in Zürich. Auch der Sachaufwand sank deutlich, unter anderem wegen tieferen Honoraren für Externe.

Auf der anderen Seite stiegen die Einnahmen trotz einem nochmals tieferen Zinsergebnis. Der Geschäftsertrag erhöhte sich insgesamt um 2,1 Prozent auf 337,3 Millionen Franken. Wesentliche Impulse kamen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das um 3,3 Prozent auf 141,6 Millionen Franken zulegte. Der Handelserfolg stieg infolge höherer Kundenaktivität um 13,2 Prozent auf 34,9 Millionen Franken. Dazu kamen 4.6 Millionen Franken als Rückzahlung für einen alten Versicherungsfall. «Das ist ein einmaliger Effekt, das kann man logischerweise nicht budgetieren», sagte Monstein auf eine entsprechende Frage.

Effizienzprogramm abgeschlossen

Höhere Einnahmen und tiefere Kosten führen logischerweise zu einer besseren Cost/Income Ratio. Dies verbesserte sich um 10 Prozentpunkte auf 83,2 Prozent. «Das Effizienzprogramm ist abgeschlossen, wir haben deutlich mehr als 20 Millionen Franken einsparen können. Nun geht es darum, profitabel weiter zu wachsen», sagt Monstein.

Bei den Kundenneugelder gilt noch immer das Ziel von 4 Prozent Wachstum pro Jahr. «Die Märkte in Luxemburg und Singapur brachten deutlich weniger als erwartet, erfreulich war die Entwicklung besonders in der Schweiz und in Liechtenstein», ergänzt der CEO.

Insgesamt meldet die Bank Netto-Neugeldzuflüsse in Höhe von 1,2 Milliarden Franken, was einem Wachstum von 2,3 Prozent entspricht. Dabei können auch einzelne Kunden einen grösseren Einfluss auf die Kennzahl haben», erläuterte der Firmenchef.

Viel Kundengelder im Dollar

Auch bei den Hypotheken achte man nun mehr auf die «Qualität» als auf das Wachstum. Das Kreditvolumen blieb mit 5,9 Milliarden Franken stabil. «Weniger ertragsstarke Kredite wurden reduziert, während Mittel in profitablere Kreditbeziehungen umgeschichtet wurden», erläutert der neue Finanzchef Roland Kläy. Er unterstrich unter anderem die robuste Refinanzierung, weil mehr als 81 Prozent der Bilanzsumme Kundeneinlagen sind.

Laut Klay sind rund ein Drittel aller Kundengelder in US-Dollar angelegt: «Gegenüber Anfang Jahr lag der Dollarkurs rund 13 Prozent tiefer, das allein hatte einen Einfluss von etwa 5 Prozent auf die verwalteten Vermögen.» Im Schnitt resultierte eine Marktperformance von 3,5 Prozent. Die betreuten Kundenvermögen stiegen damit um 5,8 Prozent auf 53,7 Milliarden Franken.

Dividende bleibt, Bonus ist zurück

Trotz des deutlich höheren Gewinns bleibt die Dividende bei 4 Franken pro Aktie stabil. Mit 46,6 Prozent der Stimmen ist die Stiftung «Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger» klar grösster Aktionär, zusammen mit der «U.M.M. Hilti-Stiftung» und der «Marxer Stiftung für Bank- und Unternehmenswerte in Vaduz» reicht es für eine Mehrheit. «Wir haben vor einem Jahr deutlich mehr als den erwirtschafteten Gewinn als Dividende ausgeschüttet, nun sind wir bei gut 50 Prozent und dies entspricht etwa unseren Zielen», sagt VR-Präsident Zimmermann auf eine entsprechende Frage. 

Für die Geschäftsleitung hat der Gewinnsprung direktere Folgen. Nach dem Verzicht auf einen Bonus für das Jahr 2024 gab es nun laut Geschäftsbericht eine «Zuteilung» in Höhe von insgesamt 2,14 Millionen Franken für 2025, dies zusätzlich zum Grundlohn von total 3,07 Millionen Franken.