ETF-Markt in Europa: Mai brachte grosse Verschiebungen

«Die jüngsten Bewegungen im ETF-Markt zeigen, dass sich Anleger im Moment selektiver positionieren», schreibt Rocco Altobelli, Head of ETF & Index Distribution, Schweiz & Liechtenstein bei Fidelity International in einer Mitteilung. Trotz geopolitischer Unsicherheit bleibe der europäische ETF-Markt aber bemerkenswert stabil. «Die Frage ist weniger, ob neues Geld in den Markt fliesst, sondern wohin», sagt Altobelli.

Im Mai war die Richtung klar: US-Aktien zogen 8,8 Milliarden Dollar Neugeld an, gut doppelt so viel wie im 12-Monats-Durchschnitt. Bei europäischen Aktien summierten sich allein im Mai Netto-Abzüge von über 2,3 Milliarden Dollar. Im längerfristigen Vergleich waren es monatlich 5 Milliarden Dollar an Zuflüssen gewesen. Laut Fidelity flossen im Mai noch knapp 600 Millionen Dollar in Emerging Markets ETF’s, das sind 84 Prozent weniger als im längerfristigen Vergleich.

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Quelle: Fidelity

«Während weiter neues Geld in den Markt fliesst, reagieren Investoren stärker auf das makroökonomische Umfeld. Höhere Energiepreise und Inflationssorgen führen dazu, dass Europa vorsichtiger gesehen wird und Anleihen wieder an Attraktivität gewinnen», erläutert der Experte.

Weniger Corporates

Im Anleihe-Segment setzte sich der Trend der letzten Monate fort. Vor allem Staatsanleihen bleiben gefragt, während die deutlich kleineren Unternehmensanleihen deutlich weniger Geld anzogen. Im 12-Monatsvergleich waren es gleich fast drei Viertel weniger Neugeld im Mai. 

«Anleger bleiben verstärkt auf der Suche nach Stabilitätsankern für ihre Portfolios. Diese finden sie weiterhin bei Staatsanleihe-ETFs. Gleichzeitig bleibt Risiko im System, es wird aber gezielter eingegangen», sagt Altobelli.