ZKB setzt zwei systemrelevante Banken auf Credit Watch positiv
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat ihr Ratingmodell für Schweizer Banken modifiziert, wie einer Studie des Credit Research zu entnehmen ist, die finews vorliegt. Betroffen sind die sogenannten Standalone-Ratings, also die Bonitätsnote, die eine Bank allein aufgrund ihrer eigenen Finanzstärke erhält. Nicht berücksichtigt wird darin eine allfällige explizite oder implizite staatliche Unterstützung.
Unverändert bleibt, dass das Geschäftsrisikoprofil und das Finanzrisikoprofil je hälftig in das Standalone-Rating einfliessen. Ersteres erfasst wie bisher Branchencharakteristiken, Management und Wettbewerbsposition. Neu wird aber letzteres mit der Zuordnung der fünf Faktoren zu den zwei Dimensionen Solvabilität (langfristige Perspektive) und Liquidität (kurzfristige Perspektive) systematischer erfasst als bisher. Zudem hat die ZKB die Gewichtung der fünf Faktoren angepasst und die dahinter stehenden Finanzkennzahlen aktualisiert. Es sind neu nur noch neun und nicht mehr wie bisher 13 Indikatoren.
Wie das Standalone-Rating von Banken ermittelt wird. (Grafik: ZKB)
Wird das Standalone-Rating um die Unterstützungswahrscheinlichkeit durch den Garantiegeber ergänzt (sofern es einen solchen gibt), resultiert das «normale» Schuldnerrating, das für dessen vorrangigen, aber unbesicherten Verbindlichkeiten (Senior unsecured) gilt. Allerdings verwendet die ZKB für das Standalone-Rating in Anlehnung an die internationalen Agenturen Kleinbuchstaben.
Methodisch sauber, besser nachvollziehbar und transparenter
Neu ist auch, dass die ZKB sämtliche Standalone-Ratings der bewerteten Banken publiziert. Neben den 23 Kantonalbanken (sich selber stuft die ZKB nicht ein) deckt die Staatsbank auch Bank Cler, Cembra Money Bank, Clientis, Raiffeisen Schweiz, UBS Group und Valiant ab. Für die Investoren werde damit besser ersichtlich, wie sich das endgültige Senior-unsecured-Rating zusammensetze, hält ZKB-Analyst Alex Becker fest. «Das ist methodisch sauber, für den Anleger besser nachvollziehbar und erhöht insgesamt die Transparenz unseres Ratingprozesses.» Bisher waren die Standalone-Ratings der ZKB nur für den internen Gebrauch bestimmt.
Die Bandbreite der Standalone-Ratings reicht von bbb für die Glarner Kantonalbank bis zu a+ für die UBS Group, wobei diese Einstufung unter der Prämisse einer erfolgreichen Integration der Credit Suisse erfolgt ist. Weil die Verbindlichkeiten der Kantonalbank aber explizit vom Kanton Glarus garantiert werden (Staatsgarantie), beträgt das Schuldnerrating AA. Demgegenüber kommt die UBS Group, für welche die ZKB keinen Garantiegeber identifizieren kann, derzeit nur auf ein BBB+. Hier ist in Rechnung zu stellen, dass die ZKB davon ausgeht, dass die Verbindlichkeiten der Holding gegenüber denjenigen der operativ tätigen Tochtergesellschaften strukturell nachrangig sind.
Clientis und Berner Kantonalbank vor Herabstufung?
Zudem nutzt die ZKB die Gelegenheit, um auf mögliche kommende Ratinganpassungen hinzuweisen. Die Clientis (A–) und die Berner Kantonalbank (AA–) werden auf «Watch negativ» gesetzt, die systemrelevanten Raiffeisen Schweiz (A+) und UBS Group auf «Watch positiv». Die vier Banken befinden sich damit auf der Überprüfungsliste, bis der Analyseprozess abgeschlossen ist.
Becker stellt klar, dass diese Massnahme nicht eine Folge der neuen Ratingmethodik ist. «Die Weiterentwicklung unseres Modells hatte keinen Effekt auf unsere bisherigen Ratings.»
















