Wettbewerb fördert Gratis-Angebote bei Privatkonten

Die Kosten bei Privatkonten liegen laut einer Markterhebung des Vergleichsdienstes Moneyland zwischen Null und 240 Franken. Während sich das Dienstleistungsangebot bei allen Schweizer Banken ähnelt, variieren die Kosten enorm, heisst es in der Studie.

«Noch vor kurzem gab es Gratis-Konten nur bei ganz wenigen Anbietern», sagt Ralf Beyeler von moneyland.ch. «Inzwischen hat sich das geändert: Nach dem Vorpreschen der Zürcher Kantonalbank sind weitere Banken nachgezogen, etwa UBS Key 4 und Valiant. Ein Grund für die Offensive dürfte die Konkurrenz durch Revolut und weitere Smartphone-Banken sein», ergänzt der Experte.

Angebote von 34 Schweizer Banken

Bei dem Berechnungsmodell wurden die Angebote von insgesamt 34 Schweizer Banken untersucht. Alle Privatkonten bieten das Empfangen von Überweisungen, das Bezahlen von Rechnungen sowie eine Debitkarte zum Bezahlen und für Bargeldbezüge an. Nur ganz wenige Anbieter bieten keine eBill und keine bankeigene Twint-App an.

Nicht berücksichtigt wurden dabei das Filial- und Bancomanten-Netz der Bank sowie der Kundendienst. Rund zwei Drittel der Anbieter bieten den Kundinnen und Kunden kein Instant Payment bei ausgehenden Zahlungen an, Ankommende Zahlungen sind hingegen möglich, da die meisten Schweizer Banken verpflichtet sind, solche Zahlungen sofort gutzuschreiben, wie es weiter heisst.

Karten oder Bargeldzahlung und Nutzung auch im Ausland

Die Berechnung der Kosten wurde anhand von zwei Benutzerprofilen erstellt. Beim einem Profil werden Einkäufe werden konsequent mit der Debitkarte bezahlt, beim zweiten mit am Bancomaten bezogenem Bargeld. Zudem werden monatlich zehn Überweisungen, keine Postzustellung der Kontoauszüge per Post und ein durchschnittliches Guthaben von 8’000 Franken bei der jeweiligen Bank angenommen.

Die Kosten wurden für beide Profile jeweils in zwei Varianten berechnet: einmal für die ausschliessliche Nutzung in der Schweiz sowie einmal für die kombinierte Nutzung in der Schweiz und im Ausland.

Bei 14 Anbietern betragen die Gesamtkosten beim der ausschliesslichen Kartennutzung 0 Franken: Bank Avera, Bank WIR, Migros Bank, Swissquote, UBS Key 4 und Valiant, mehrere Kantonalbanken (Aargauische, Basler, Berner und Zürcher) sowie die Smartphone-Banken Alpian, Neon, Yuh und Zak.

Bei Raiffeisen bezahlt der Profilkunde 48 Franken Grundgebühren im Jahr, bei der Postfinance 60 Franken. Die UBS liegt mit 144 Franken auf dem letzten Platz.

Bearbeitungsgebühr für Kartennutzung im Ausland

Mit der Nutzung im Ausland sieht das Bild anders aus. Hier kommen noch acht Banken auf 0 Gebühren. Das sind die Bank WIR, die Berner Kantonalbank, Swissquote und Valiant sowie die Smartphone-Banken Alpian, Neon, Yuh und Zak. Bei der Zürcher Kantonalbank sind es jährlich 37.50 Franken, bei der Migros Bank 52.50 Franken. Mehr als 100 Franken Gesamtkosten pro Jahr entstehen bei Raiffeisen und Postfinance.

Die Auslandsgebühren sind zumeist eine Bearbeitungsgebühr, die typischerweise rund 1.50 Franken oder 1 bis 2 Prozent des Einkaufsbetrags beträgt. Nicht berücksichtigt wurden die Kosten für Wechselkurs-Aufpreise.

Bargeldvariante mit höheren Kosten

Beim Profil mit der Bargeldzahlung (60 Bezüge pro Jahr) kommt nur Bank Avera auf Gesamtkosten 0 Franken. Tief sind die Gebühren bei der Smartphone-Bank Yuh mit jährlich 15.20 Franken und mit 30 Franen die Westschweizer Regionalbank Caisse d'Epargne d'Aubonne und die Sparkasse Schwyz. UBS Key 4 verlangt jährlich 36 Franken, Valiant 48 Franken und Raiffeisen 84 Franken. Postfinance schlägt mit 120 Franken zu Buche. Auf dem letzten Platz liegt auch bei diesem Profil die UBS mit 180 Franken.

Inklusive Auslandsnutzung (12 Bezüge pro Jahr) ist Valiant mit Gesamtkosten von jährlich 48 Franken am günstigsten. Auf dem zweiten Platz folgt die Bank Avera mit 60 Franken und Yuh mit 74 Franken. UBS Key 4 verlangt 96 Franken. Je 120 Franken Gesamtkosten fallen bei der Migros Bank, Postfinance und der Zürcher Kantonalbank an. Das Schlusslicht bildet auch hier die UBS mit 240 Franken.