UBS erzielt Gewinn von 3 Milliarden Dollar

Rund um die Diskussion um die Grossbankenregulierung drohen die Quartalszahlen der UBS schon fast ein wenig in den Hintergrund zu treten. Dabei sind sie nicht ohne. Insbesondere widerspiegelt sich in ihnen auch der Erfolg des Prozesses zur Integration der Credit Suisse.  

Die UBS erzielte im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 3,8 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Anstieg um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. Das Konzernergebnis beläuft sich auf 3,0 Milliarden Dollar. Die Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) beträgt 16,8 Prozent, das Aufwand-Etrags-Verhältnis 72,5 Prozent.  

Sergio Ermotti: «Ausgezeichneten Ergebnis»

Im Vorsteuergewinn enthalten ist unter anderem auch ein Gewinn von 163 Millionen Dollar im Zusammenhang mit den Transaktionen rund um Swisscard; im Herbst 2024 teilte die UBS mit, dass sie ihre 50 Prozent-Beteiligung an Swisscard an ihren Join-Venture Partner American Express abstösst.

CEO Sergio Ermotti spricht von einem «ausgezeichneten Ergebnis», man sei auf gutem Weg, die finanziellen Ziele für 2026 zu erreichen. 

Viel Neugeld

Der Nettozufluss an Vermögenswerten in Global Wealth Management belief sich im ersten Quartal auf 37,4 Milliarden Dollar (+3,1 Prozent), wobei laut UBS in allen Regionen Mittelzuflüsse verzeichnet wurden. Im Quartalsergebnis machte die UBS noch keine expliziten Angaben zu den Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Mittelzuflüsse. 

Die Nettoneugelder in Asset Management stiegen auf 14,0 Milliarden Dollar (+2,7 Prozent). Treiber war insbesondere die Dynamik im ETF-Geschäft. 

Die verwalteten Vermögen beliefen sich zum Quartalsende auf 6,9 Billionen Dollar. 

Allzeithoch bei Global Markets

Der ausgewiesene Ertrag stieg um 13 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar. Wachstumstreiber waren neben dem Global Wealth Management auch das Investmentbanking: Der Ertrag in Global Markets kletterte auf ein Allzeithoch von 3,2 Milliarden Dollar (+31 Prozent). Der Grund dafür liegt in den rekordhohen Erträgen in den Bereichen Equities und Foreign Exchange, Rates and Credit. 

Weitere Aktienrückkäufe 

Die UBS tätigte im ersten Quartal Aktienrückkäufe von 0,9 Milliarden Dollar, bis zur Präsentation der Ergebnisse für das zweite Quartal sollen weitere Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar zurückgekauft werden. Rückkäufe darüber hinaus bis zum Jahresende schliesst die Bank nicht aus. 

Meilenstein beim Integrationsprozess

Im vergangenen März konnte die UBS den Daten-Migrationsprozess in der Schweiz abschliessen. Damit wurden 1,2 Millionen Kundenkonten weltweit erfolgreich überführt. 

Dies schaffe neue Wachtums- und Innovationsmöglichkeiten, schreibt die UBS und zeigt sich überzeugt, den Integrationsprozess bis Ende dieses Jahres «im Wesentlichen» abzuschliessen. 

Im ersten Quartal konnten denn zusätzliche Kosteneinsparungen von brutto 0,8 Milliarden Dollar erzielt werden. Damit belaufen sich die erreichten Einsparungen per Ende des ersten Quartals auf brutto 11,5 Milliarden Dollar; angestrebt werden bis Ende dieses Jahres 13,5 Milliarden. 

Statement zur Grossbankenregulierung

Die Bankenspitze wird sich im Verlaufe des Mittwochs noch ausführlich zur Frage der Schweizer Eigenmittelvorschriften äussern; finews wird darüber berichten. CEO Sergio Ermotti machte am Morgen geltend: «Wir bringen uns weiter konstruktiv ein und tragen zu einer faktenbasierten Debatte bei.

Diese Entwicklungen ändern nichts daran, was uns als Unternehmen ausmacht. Wir halten an unserem diversifizierten Geschäftsmodell und unserer ebenso globalen wie regionalen Präsenz fest.» Weiter betont er, dass die Bank alles unternehmen werde, um die Aktionäre zu schützen. 

Die Bank weist darauf hin, dass sich aufgrund der vom Bundesrat vor einer Woche verabschiedeten Massnahmen das zusätzlich benötigte harte Kernkapital (CET1) für das Institut auf insgesamt rund 22 Milliarden Dollar belaufen würde. 

Nach dem Bundesrat kommt das Geschäft im kommenden Herbst ins Parlament.