Fintech-Star plant erste islamische Digitalbank 

Mal, eine KI-gesteuerte islamische digitale Bank, die vom Fintech-Unternehmer Abdallah Abu-Sheikh gegründet wurde, hat sich eine strategische Investition in Höhe von 230 Millionen US-Dollar unter der Leitung von BlueFive Capital gesichert, an der strategische Investoren und Family Offices beteiligt sind.

Bei der Finanzierungssumme handelt es sich um die grösste Seed-Runde, also früheste Finanzierungsetappe, in der Geschichte der Region Naher Osten und Afrika (MEA). Angeführt wurde die Runde von der globalen Investmentplattform BlueFive Capital aus Oman, gemeinsam mit weiteren strategischen Investoren und Family Offices. Dabei werden eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Infrastruktur mit ethischen Finanzprinzipien kombiniert. 

Halal-Banking für das Smartphone 

Mal (arabisch für Kapital), mit Hauptsitz in der VAE-Hauptstadt Abu Dhabi (Eigenetikett: The capital of capital), befindet sich derzeit in der Endphase der Entwicklung und soll 2026 an den Start gehen: zuerst in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bevor es in Schlüsselmärkte im Nahen Osten und in Asien geht. 

Die Die Finanzierung soll die Produktentwicklung beschleunigen, Lizenzierungsprozesse in mehreren Märkten vorantreiben sowie die Markteintrittsstrategie unterstützen.

«Islamische Finanzdienstleistungen sind ein Markt von 7 Billionen Dollar, ohne einen einzigen globalen Marktführer im Bankensektor. Mit Mal wollen wir diese Lücke schliessen und modernste Fintech-Lösungen in jede unterversorgte Gemeinschaft weltweit bringen», sagte Serienunternehmer und Mal-Gründer Abdallah Abu-Sheikh. Der Islam verbietet Zinsen aufgrund des Passus im Koran in Sure Al-Baqara, Vers 275: «Gott hat den Kauf erlaubt und den Zins verboten.»

Ausserdem verbietet die Scharia Investitionen in Firmen, die ihr Geld mit Alkohol, Tabak, Schweinefleisch, Entertainment und Glücksspielen verdienen. Auch hoch verschuldete und Bargeld hortende Unternehmen fallen aus dem religiösen Raster, gelten als haram (unzulässig). 

Wettbewerb belebt das Zahlungsgeschäft

Mal schloss zum Jahresbeginn die rekordverdächtige Seed-Finanzierungsrunde über 230 Millionen Dollar ab, um die weltweit erste KI-native islamische Digitalbank aufzubauen. Abu-Sheikh: «Diese Finanzierungsrunde ist ein Vertrauensbeweis in unsere Mission, ein digitales Erlebnis der nächsten Generation zu schaffen, das Intelligenz, Werte und Zugänglichkeit in den Mittelpunkt stellt.»

Zum Führungsteam gehören ehemalige Führungskräfte der britischen Fintechfirma Revolut und Nubank aus Brasilien.

Mal will «schrittweise» starten und in wichtige globale Märkte im Nahen Osten und in Asien expandieren. Mit einer internationalen Ausrichtung möchte Mal unterschiedliche Kundensegmente durch lokalisierte Angebote bedienen. Mal befindet sich derzeit in der Vorbereitungsphase vor dem Marktstart und verfügt noch über keine Bank- oder Finanzdienstleistungslizenz. Das Startup strebt aktiv die entsprechenden regulatorischen Genehmigungen in «mehreren Märkten» an, so Abu-Sheikh, ehemals CEO der Super-App Botim für digitale Nachrichten und Anrufe. 

Botim selbst kündigte am 13. Januar an, man werde über die Division Botim.Money künftig mit dem Zahlungsdienstleister Mastercard zusammenarbeiten, um internationale Finanztransaktionen von den Vereinigten Arabischen Emiraten in 150 Ländern anzubieten. 

Kein Zweifel: Es bleibt spannend im Fintech-Rennen um Klicks und digitale Geldversendungen.