Big Business: Dubai setzt auf Sport und Fifa-Präsident Gianni Infantino

Nachdem die VAE nur knapp an einer zweiten WM-Teilnahme vorbeigeschrammt sind (die VAE nahmen bereits an der WM 1990 in Italien teil, diesmal scheiterten sie in der Quali knapp an Katar), gibt sich die globale Sport-Elite zum Jahreswechsel im sonnigen Golfemirat ein Stelldichein.

Beim Fussballgipfel Globe Soccer am Sonntag in Dubai wurde Cristiano Ronaldo zum Player of the Year Middle East gekürt. Der Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft spielt seit 2022 für Al Nassr in Saudi-Arabien und ist seit Jahren ein gern gesehener Gast bei Sportkonferenzen im Golfemirat. Er besitzt eine Luxusvilla im Distrikt Jumeirah Bay Island, auch bekannt als «Milliardärsinsel».

Fifa-Awards ab 2026 in Dubai

Bereits am Montag hat Fifa-Präsident Gianni Infantino beim World Sports Summit 2025 in Dubai, dass ab 2026 die Fifa World Football Awards dauerhaft in Dubai ausgerichtet werden sollen. Die Auszeichnung fand bislang unter dem Namen «The Best Awards» in verschiedenen Metropolen statt und bringt die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltfussballs zusammen, um die besten Spieler, Teams und Leistungen des vergangenen Jahres im «schönen Spiel» zu würdigen.

«Diese World Football Awards werden nicht nur eine Preisverleihung sein, sondern eine innovative Art, den Fussball zu feiern und die offiziellen Top-Leistungsträger des Jahres sowohl auf als auch neben dem Platz zu ehren», sagte Infantino.

Aus seiner Sympathie für die arabische Welt machte der Fifa-Boss nie ein Geheimnis. Infantino hat am 25. November die libanesische Staatsbürgerschaft angenommen. Der libanesische Präsident verlieh ihm diese auf Antrag und als symbolische Geste – vor allem wegen seiner Verbindung zum Libanon und seines Engagements im Fussball. An der FIFA-WM vom 11. Juni bis zum 26. Juli 2026 in Kanada, USA und Mexiko werden sechs arabische Teams teilnehmen: Algerien, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien (zum ersten Mal), Marokko, Tunesien und Ägypten.

Infantino gab sich im Ferienressort Madinat Jumeirah euphorisch: «48 Mannschaften nehmen teil, aus 48 Ländern – das sind ein Viertel der Welt. Es werden 104 Spiele ausgetragen, also 104 Super Bowls in nur einem Monat, um den Weltmeister zu ermitteln. Wir haben hier einige Weltmeister, die genau wissen, was es bedeutet, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Es wird sehr, sehr emotional werden. In den Stadien werden 6 bis 7 Millionen Menschen sein, und rund 6 Milliarden Menschen werden von zu Hause aus zuschauen.»

Vorteil Dubai

Sowohl Tennis-Altstar Roger Federer als auch die französische Tennisschönheit Kristina «Kiki» Mladenovic sind mit Dubai eng verbunden. Auch Lionel Messi und David Beckham mehren ihre Millionen dem Vernehmen nach mit Betongold am Golf. Die Tunesierin Ons Jabeur, momentan die beste arabische Tennisspielerin, hat vor Kurzem in der Dubai Academic City eine nach ihr benannte Tennisakademie gegründet. Sie und ihr Mann, Tennis-Coach Karim Kanoun, erwarten im April 2026 ihr erstes Kind, einen Sohn. 

Dubai lockt mit weitgehender Steuerfreiheit, Sicherheit, einem global vernetzten Flughafen und nahezu ganzjährigem Sonnenschein. Zum Jahreswechsel wirbt Flydubai mit angenehmen 22 Grad Celsius am Tag. 

Der frühere Verteidiger von Liverpool und Paris Saint-Germain, Mamadou Sakho, hat Anfang 2025 in Dubai das Luxusimmobilien- und Interior-Design-Unternehmen «Sakho & Co» gegründet und damit seine unternehmerische Karriere nach der aktiven Laufbahn mit dem Markt der Stadt verknüpft. Neben den VIP-Geldern, die die Stars in der Stadt anlegen, bedeutet ihre Wahl für Dubai auch einen enormen weltweiten Werbeeffekt.

Bayern kommen doch nicht

Einen Wermutstropfen musste die Golfmetropole kurz vor Weihnachten dennoch hinnehmen. Entgegen vieler Erwartungen wird der FC Bayern München nicht nach Dubai zum Wintertraining anreisen. Die Münchner hatten in den vergangenen Jahren die Trainingseinheiten ihrer Stars im Januar in Doha, Katar, genutzt, um diese mit Ferien zu kombinieren. Daraus wird im Januar 2026 jedoch nichts. Der neue Partner des deutschen Rekordmeisters, die staatliche Emirates Airline aus Dubai, hatte zwar einen Flug angeboten. Doch eine vertragliche Bindung für eine Reise an den Golf bestehe indes nicht, sagte der Verein auf seiner Homepage. 

Der Herbstmeister der Bundesliga-Saison 2025/2026 gab bekannt, der engere Terminkalender vor der Fifa-Weltmeisterschaft im Sommer lasse eine Reise so kurz vor dem Start der DFL-Rückrunde, die am 9. Januar beginnt, nicht zu. 

Die Bayern-Elf von Stürmer Harry Kane und Kapitän Manuel Neuer wird mit ihrem Coach Vincent Kompany «dahoam» trainieren und am 6. Januar ein Freundschaftsspiel gegen den FC Red Bull Salzburg austragen.