Dubai: UBS warnt vor Immobilienblase

«Das Risiko einer Immobilienblase ist zum zweiten Jahr in Folge gestiegen und befindet sich nun auf einem erhöhten Niveau», befindet die Schweizer Grossbank UBS in ihrer aktuellen Studie «UBS Global Real Estate Bubble Index». Die Analyse unterscheidet sich von anderen Studien dahingehend, dass sie nicht einzelne Regionen, sondern den Weltmarkt für Immobilien auf den Prüfstand stellt.

In gehobener Gesellschaft

Dubai zählte 2025 zu den Weltmetropolen, die sich dem abflachenden globalen Preistrend bei Immobilien widersetzten. Madrid verzeichnete unter allen analysierten Städten den stärksten realen Preisanstieg mit einem Plus von 14 Prozent. Auch Dubai legte mit rund 11 Prozent deutlich zu, während Tokio mit einem Preiswachstum von über 5 Prozent die Top drei komplettierte. Eine Rückkehr zu Nullzinsen stützte zudem die Preise in den Schweizer Städten Zürich und Genf.

Dennoch ist das Risiko in der Golfmetropole noch nicht ganz so hoch wie in Zürich und Tokio und vor allem in Miami, meint Claudio Saputelli, Head Swiss & Global Real Estate bei UBS Wealth Management.

Preistreiber Bevölkerungswachstum


Die Gründe für das ungebremste Wertwachstum des Betongolds am Golf sind vielschichtig. Saputelli sagt: «Dubais Bevölkerung ist seit 2020 um fast 15 Prozent gewachsen. Das hat das verfügbare Angebot verknappt und die Mieten nach oben getrieben. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Mieten stärker als die Immobilienpreise. In jüngerer Zeit haben jedoch die Immobilienpreise begonnen, das Mietwachstum zu überholen, da die Nachfrage von Investoren zunimmt.» Paradoxerweise ist der Quadratmeterpreis in Dubai noch immer erschwinglicher als in anderen Megastädten, meint der Experte. Dubai hat 2025 zum ersten Mal an der Marke von 4 Millionen Einwohnern gekratzt. Sechzig Prozent der Bewohner sind unter 35 Jahre alt. Im Juli 2025 erreichte die Gesamtbevölkerung der VAE erstmals 11 Millionen, wobei der Ausländeranteil bei 88 Prozent verharrt.

Saudi-Arabien auf den Fersen

Der Markt bleibt laut UBS volatil, mit einer Abhängigkeit von den Ölpreisen und phasenweiser Überversorgung. «Baugenehmigungen deuten darauf hin, dass die Neubautätigkeit Niveaus erreichen könnte, die zuletzt 2017 zu beobachten waren – ein Jahr, in dem sich der Abschwung am Immobilienmarkt verstärkte», warnt das Institut. Ausserdem: «Der Wettbewerb um Offshore-Immobilieninvestitionen mit Abu Dhabi und Riad nimmt zu, insbesondere da Saudi-Arabien ab 2026 ausgewiesene Zonen für ausländische Käufer öffnet. Zwar rechnet die Regierung Dubais mit einer anhaltend starken wirtschaftlichen Expansion, doch ist ungewiss, ob die Haushaltseinkommen ausreichend steigen werden, um weitere Preiserhöhungen zu tragen«, stellt Saputelli fest.