Oman steigt ins Financial-Center-Rennen ein

Die Gründung des IFC steht laut der königlichen Medienmitteilung «im Einklang mit den strategischen Zielsetzungen des Sultanats Oman zur Diversifizierung der nationalen Wirtschaft, zur Stärkung Omans als globales Zentrum für Finanzdienstleistungen, zur Anziehung von Kapital sowie zur Förderung von Innovation».

Parallelen zu Dubai und Abu Dhabi


Die Einrichtung des Zentrums unterstreicht zudem das Engagement des Oman (5,6 Millionen Einwohner) für den Aufbau eines Ökosystems zur Bereitstellung moderner Finanzdienstleistungen, das den Anforderungen von Investoren und internationalen Institutionen gerecht wird.

Ähnlich wie die Finanzfreizonen Dubai International Financial Centre und Abu Dhabi Global Market (ADGM) wird das Zentrum gemäss dem omanischen Gesetz über das Internationale Finanzzentrum Oman, erlassen durch den Königlichen Erlass Nr. (8/2026), über administrative, finanzielle und legislative Unabhängigkeit verfügen. Es wird einen regulatorischen, rechtlichen und gerichtlichen Rahmen entwickeln, der internationalen Standards entspricht und auf dem englischen Gewohnheitsrecht (Common Law) basiert – und nicht auf der koranischen Rechtsprechung der Scharia.

Ohne Anwendung des britischen Gewohnheitsrechts, aber mit klar umrissenen Büro- und Börsenbezirken buhlen auch die Finanzzentren in Saudi-Arabien (King-Abdullah-Financial-District in Riad), Katar (Qatar-Financial-Centre in Doha) und Bahrain (Bahrain-Financial-Harbour in Manama) um internationale Banken, Fintech-Startups und Investoren.

Handel, Immobilien und Tourismus
wachsen stetig

Der Hauptsitz des Zentrums wird sich in Madinat Al Irfan, nahe dem internationalen Flughafen und dem Messezentrum der Hauptstadt Maskat, befinden, mit der Möglichkeit einer Ausweitung auf weitere Standorte gemäss dem Gesetz. Das IFC Oman ist bestrebt, Investitionen in finanzbezogene Tätigkeiten und unterstützende Sektoren durch ein Paket von Anreizen und Steuerbefreiungen für einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren anzuziehen.

«Oman hebt sich – geleitet von der Vision 2040 – als eine der zukunftsorientiertesten Volkswirtschaften im Golfkooperationsrat (GCC) hervor, geprägt von stabiler Regierungsführung, einer strategischen Lage sowie einer ambitionierten Vision für Diversifizierung und nachhaltige Entwicklung», sagt Hazem Ben-Gacem, CEO von BlueFive Capital, als er im Oktober 2025 den Hauptsitz des Vermögensverwalters von London nach Maskat verlegte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte im Juni 2025, dass das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 2,4 Prozent ansteigen wird. Eine frühere Schätzung vom Oktober 2024 war noch von 2,7 Prozent für 2024 ausgegangen. Für 2026 wird eine weitere Beschleunigung des Wachstums auf voraussichtlich 3,7 Prozent erwartet. Der Nicht-Öl-Sektor – insbesondere Aussenhandel, Bau und Tourismus – gewinnt stetig an Bedeutung und erreicht 2025 erstmals einen Anteil von 73 Prozent an der Gesamtwirtschaft.

Mit Swiss und Oman Air nach Maskat

Abdulsalam Mohammed Al Murshidi, Präsident des 54 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds Oman Investment Authority, sagte: «Ziel ist es, dass das Zentrum zu einem strategischen Anziehungspunkt und zu einer Quelle von Kapitalzuflüssen wird und damit zur Verwirklichung von Omans Vision beiträgt, das Konzept der wirtschaftlichen Diplomatie zu stärken und die wirtschaftliche Diversifizierung voranzutreiben.»

Wie in allen Golfstaaten bleibt der Erdölexport eine wichtige Einnahmequelle der Monarchie am Indischen Ozean, doch ist Oman kein Mitglied des Erdölkartells OPEC. Arab Bank Switzerland aus Genf ist vor Ort über ihre Partnerfirma Ubhar Capital SAOC. Für Schweizer Banker mit Oman-Ambitionen bieten sowohl Swiss als auch Oman Air mehrmals pro Woche Flüge von Zürich (die Swiss über Frankfurt und München, Oman Air direkt) nach Maskat an.