Family-Office-Studie zeigt: Executive-Gehälter sind deutlich gestiegen

Der Wettbewerb um erfahrene Investmentmanager im Bereich der Family Offices nimmt zu. Viele der Unternehmen würden beim Werben um Talente im Wettbewerb zu Hedgefonds oder Private Equity-Firmen stehen, schreiben die Experten von Heidrick & Struggles in ihrer am Donnerstag vorgelegten «Compensation Study»

Die Vergütung habe sich dabei weg von reinem Cash-Fokus entwickelt. Der Trend gehe zu Total-Reward-Modellen, einer langfristigen Bindung sowie einer Werte- und generationsorientierten Führung, wie es weiter heisst.

Stetiges Wachstum in den USA

Dabei hätten die Vergütungstrends in den USA in den vergangenen drei Jahren ein stetiges Wachstum bei Grundgehältern gezeigt. Sie stiegen von im Durchschnitt 471'000 Dollar im Jahr 2023 auf 515’000 Dollar 2024 und 541'000 Dollar im vergangenen Jahr.

Noch stärker sind die Boni gestiegen. Hier ging es von einem Durchschnittwert von 448’000 Dollar (2023) auf zunächst 471'000 Dollar (2024) und zuletzt 563'000 Dollar (2025, geschätzt) hinauf.

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Dabei könnten die CEO-Boni 2025 erstmals diejenigen der CIOs übertreffen, heisst es weiter. In vielen kleineren Family Offices mit wenigen Mittarbeitenden würden diese Funktionen oft in einer Doppelrolle ausgeübt. Etwa zwei Drittel der Boni seien rein diskretionär. Als zusätzliche zusätzliche Incentives würden Mittel wie Carried Interest, Co-Investments und Beteiligungen eingesetzt.

Grosse, etablierte Family Offices würden zwar in absoluten Zahlen zwar mehr zahlen, würden jedoch ein geringeres Gehaltswachstum aufweisen als kleinere, wachsende Strukturen.

Langfristige Incentives

In Europa war im Gegensatz dazu die Gesamtvergütung leicht rückläufig. Sie ging von 765'000 Euro (2023) auf 759'000 Euro (2024) leicht zurück. Hier seien CEO/CIO-Doppelrollen durchgehend am höchsten vergütet. Dabei geben die Autoren im Vergleich zu bedenken, dass in Europa langfristige Incentives (Carried Interest, Phantom Equity) eine grössere Rolle spielen als in den USA. Zudem würden steuerliche und kulturelle Faktoren höhere variable und langfristige Vergütungsbestandteile begünstigen. Direkte Investments und komplexere Strategien hätten auch hier zu höheren Gehältern geführt.

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Die Zahl der Family Offices wachse weiter stark. Bis 2030 könnte es weltweit rund 11’000 geben, so die Prognose. Zentrale Themen seien Generationswechsel und Mehr-Generationen-Familien. Nur bei 13 Prozent der Befragten gebe es keine Nachfolgepläne und rund ein Drittel befindet sich bereits mitten im Vermögensübergang.

Der Grossteil der Investmentteams ist sehr klein und besteht aus bis zu 5 Personen. Die Mehrheit der Offices verwaltet 1 bis 5 Milliarden Dollar an investierbarem Vermögen.

Die Ursprünge des Vermögens liegen in Europa dabei vor allem im industriellen Sektor, während in den USA der Finanzsektor und Technologie dominant sind.

Bei der Umfrage wurden den Angaben zufolge 106 Führungskräfte aus Family Offices in den USA und Europa befragt. Den Schwerpunkt bildeten CIOs, leitende Investmentverantwortliche und CEO/CIO-Doppelrollen. Betrachtet wurden Grundgehalt, Bonus, zusätzliche Incentives, Organisationsstruktur und Investmentstrategien.