US-Staatsanleihen: Dänen verkaufen, Ermotti warnt
«Die USA sind die stärkste Wirtschaft der Welt. Eine Diversifizierung weg von Amerika ist unmöglich», sagte Sergio Ermotti im Interview mit Bloomberg TV. Europäer, die angesichts des Konflikts mit US-Präsident Donald Trump über Grönland erwägen, ihre Bestände an US-Staatsanleihen als Druckmittel einzusetzen, gingen eine «gefährliche Wette» ein, die nach hinten losgehen könne.
Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension, der etwa 100 Millionen Dollar in US-Staatsanleihen hält, will diese Position nach eigenen Angaben bis Ende Januar abbauen. Der Fonds verwaltet insgesamt umgerechnet knapp 26 Milliarden Dollar. Der Verkauf der US-Anleihen betrifft damit einen kleinen Teil des Portfolios, hat aber eine hohe symbolische Bedeutung.
Die USA haben acht europäischen Ländern — darunter Deutschland, Frankreich und Grossbritannien — mit Strafzöllen gedroht, weil sie Trumps Plänen zur Übernahme Grönlands widersprachen. Damit droht ein schwerwiegender Handelskrieg.
Japan als grösster ausländischer Gläubiger
Der mit Abstand grösste ausländische Gläubiger ist seit 2019 Japan, das aktuell über 1,2 Billionen Dollar an US-Staatsanleihen im Bestand hat. Dahinter folgen China und Grossbritannien. Schon auf Platz 4 rangiert Belgien. Dies wegen dem Sitz von Euroclear. Fünftgrösster Gläubiger ist Nachbar Kanada. Danach folgen die Finanzplätze von Cayman Islands, Luxemburg, Frankreich, Irland, Taiwan und der Schweiz.
Die grössten Besitzer von US-Staatspapieren sind immer noch die U.S. Federal Reserve (gut 4,7 Billionen Dollar) und die Sozialversicherung und andere US-Behörden mit rund 2,4 Billionen Dollar
Der französische Präsident Emmanuel Macron kritisierte Trumps Handelstaktik scharf und sagte, Europa brauche mehr Souveränität, um «Vasallentum und Blutpolitik» zu vermeiden. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, die regelbasierte internationale Ordnung sei «faktisch tot».













