Schweizer Venture-Capital-Sektor verspürt Aufschwung

Erstmals seit 2022 floss wieder mehr Geld in Schweizer Startups. Insbesondere die Finanzierung in frühen Phasen zeigte einen Anstieg. Bei den Branchen stachen Biotech und ICT heraus. Regional betrachtet bildete einmal mehr Zürich das Zentrum der Startup-Szene.

Der Report wird von der Redaktion der Plattform Startupticker.ch in Kooperation mit dem Branchenverband SECA (Swiss Private Equity & Corporate Finance Association) erstellt.

Insgesamt stiegen die Investitionen in Schweizer Startups 2025 um rund 24 Prozent auf 2,95 Milliarden Franken. Der Spitzenwert aus dem Jahr 2022 mir 3,97 Milliarden Franken liegt damit noch weit entfernt. Die Zahl der Finanzierungsrunden ging 2025 um 3 auf 354 zurück.

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Trotz der nicht einfachen Rahmenbedingungen und des unsicheren Umgeldes habe es einige Rekorde in der Branche gegeben. Die weltpolitische Lage sei instabil, die Wirtschaft wächst nur wenig und die exportierenden Branchen leiden unter unsicheren Aussichten.

Vor allem Investments in Früh-Phase nehmen zu

Der Report macht einen vorsichtigen Optimismus der Investoren aus. Das belege der deutliche Anstieg der Volumen bei Früh-Phasen-Investitionen. Laut dem Swiss Venture Capital Report stiegen die Investitionen in junge und sehr junge Unternehmen von 864 Millionen auf mehr als 1,4 Milliarden Franken.

Das sei ein Rekordwert, betonte Thomas Heimann vom Verband SECA. «Ein solches Volumen haben wir noch nie gesehen.» Im Bereich Biotech habe es hier eine Vervierfachung gegeben.

Insbesondere die Mittelzuflüsse im ICT- und im Biotech-Sektor hätten stark zugenommen. Die Investitionen in Medtech, Hardware und Fintech blieben stabil.

Cleantech-Firmen sind die grossen Verlierer

Weniger Geld zogen die Cleantech-Startups an. Hier gehe ein Drittel des insgesamt generierten Betrags von 386 Millionen Franken auf das Konto von Climeworks. Das ETH-Spin-Off sammelte in der zweitgrössten Finanzierungsrunde des Jahres 128 Millionen Franken ein.

Regional betrachtet stellen Zürcher Unternehmen weiter den Schwerpunkt der Schweizer Start-Up-Szene dar. Das Volumen stieg hier 2025 um rund 90 Prozent auf 1,19 Milliarden Franken und liege damit wieder auf dem Level von 2019. Basel habe mit einem Volumen von 572 Millionen Franken einen Rekordwert erreicht.

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Mehr als die Hälfte der Finanzierungsrunden seien auf die Top-20-Unternehmen entfallen. Die Zahl der Runden über 20 Millionen Franken Volumen habe zugenommen und fünf lagen über 100 Millionen. Durch mehr eher kleinere Frühphasenfinanzierungen sei der Medianwert gesunken.

AI ist noch kein grosser Treiber

Beim Blick nach vorn ist der Report vorsichtig optimistisch. Die Umfrage zeige ein gutes Momentum und die Manager würden mit höheren Investitionen planen. Als Bottleneck erweise sich weiter das Fundraising, sagte Heimann. Zudem seien auch Exits geplant, die dann wieder Mittel für neue Investitionen bedeuten würden. Als Hindernisse für Exits sieht er die Marktbedingungen und die Bewertungen.

Die Zahl der Startups im Bereich ICT in der Schweiz sei noch vergleichsweise tief und AI sei noch kein bedeutender Treiber. Zudem seien Schweizer Unternehmen sowohl als Investoren als auch als Käufer weiter eher abwesend.