Decalia schärft Defense-Strategie

Decalia hat am Dienstag die Lancierung von Aegis Defense bekannt gegeben, einem global ausgerichteten Aktienfonds, der sich ausschliesslich auf den Verteidigungssektor konzentriert. Das Produkt ist als UCITS-Fonds mit täglicher Liquidität und mehreren Anteilsklassen strukturiert und richtet sich sowohl an institutionelle als auch an professionelle Investoren.

Das neue Anlagevehikel baut auf einer Strategie auf, die das Haus bereits seit 2024 verfolgt – neu im regulierten Fonds-Umfeld. Hintergrund ist eine anhaltend steigende Nachfrage von Investoren nach Engagements in den Verteidigungssektor.

Vom Tabu zum Investment-Thema

Ein zentrales Merkmal der Strategie ist der konsequente Pure-Play-Ansatz. Aegis Defense investiert ausschliesslich in Unternehmen, die direkt vom militärisch bedingten Ausgabenzyklus der öffentlichen Hand profitieren. Angrenzende Bereiche wie zivile Luftfahrt oder zivile Cybersecurity werden bewusst ausgeschlossen. Ziel ist es, Investoren einen unverwässerten Zugang zu den Dynamiken des Defense-Sektors zu bieten.

Mit dem Fonds will Decalia von einem geopolitischen Megatrend profitieren. Die Verteidigungsbudgets in Europa, den USA und Teilen Asiens steigen im Zuge einer anhaltenden Neuordnung geopolitischer Machtverhältnisse. Gleichzeitig verändert der rasche technologische Fortschritt – von modernen Waffensystemen bis hin zu digitaler Gefechtsinfrastruktur – die Branche grundlegend. Für viele Anleger hat sich der Sektor damit von einer politisch sensiblen Nische zu einem klar umrissenen Anlageuniversum mit politischer Rückendeckung entwickelt.

Ehemaliger Armeeoffizier als Fondsmanager

Aegis Defense verfolgt einen konzentrierten globalen Stock-Picking-Ansatz mit typischerweise rund 30 bis 40 Positionen. Im Gegensatz zu statisch ausgerichteten Themenfonds ist die Strategie stark aktiv geprägt. Die Portfolioallokation wird laufend an veränderte Beschaffungsprioritäten, politische Entscheidungen und technologische Entwicklungen angepasst.

Verantwortet wird die Strategie von Roberto Magnatantini, der über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Defense Investing verfügt und früher als Offizier in der Schweizer Armee tätig war. Die Anlageentscheide basieren auf fundamentaler Analyse, wobei die Handelsaktivität eine zentrale Rolle spielt, um ein Umfeld mit hoher Nachrichtenintensität und schnell reagierenden Bewertungen zu navigieren.

Keine detaillierten Performancezahlen

Decalia argumentiert, dass dieses Mass an Aktivität in einem Marktumfeld notwendig sei, in dem geopolitische Ereignisse, staatliche Aufträge und regulatorische Entscheide Investitionsannahmen rasch verändern können. Gemäss dem Unternehmen habe die zugrunde liegende Strategie in den vergangenen zwei Jahren sowohl breite Indizes als auch verwandte thematische Ansätze übertroffen. Detaillierte Performancezahlen legt das Unternehmen allerdings nicht offen.

Mit der Fonds-Lancierung knüpft Decalia an seine frühere öffentliche Positionierung  an: Wie finews seinerzeit berichtete, stellte das Unternehmen seinen Defense-Ansatz im vergangenen Jahr an einer Konferenz in Zürich vor.