Welche Trends den Finanzsektor dieses Jahr prägen werden

1. Margendruck und die Suche nach neuen Einnahmequellen


Anhaltend niedrige Zinssätze und wirtschaftliche Volatilität drücken die Nettozinsmargen und zwingen die Banken zur Diversifikation. Gebührenbasierte Dienstleistungen wie Zahlungen, Vermögensverwaltung und Beratung gewinnen an Bedeutung, während Plattform‑Banking und eingebettete Finanzen neue Wachstumswege eröffnen.

2. Cyber- und Resilienzrisiken


Mit neuen Vorschriften wie DORA in der EU und verschärften Regeln im Vereinigten Königreich rücken digitale Resilienz sowie das Management von Drittanbieter-Risiken verstärkt in den Fokus. Laut einer Umfrage von Dun & Bradstreet nennen 91 Prozent der Führungskräfte im Bereich Finanzdienstleistungen und Versicherungen Cyber und Betrug als ihre grössten Bedrohungen.

3. KI im grossen Masstab


KI befindet sich laut Nando Freyberg an einem Wendepunkt. 2026 markiert den Übergang von isolierten Pilotprojekten hin zur unternehmensweiten Transformation. Banken setzen zunehmend KI-Agenten für prädiktive Analysen, Risikomanagement und die Automatisierung des Kundenservice ein. Allerdings fehlten 64 Prozent der Unternehmen Entscheidungsdaten, und über die Hälfte hat erlebt, dass KI-Projekte aufgrund schlechter Datenqualität gescheitert sind. Der Erfolg hängt von einer vertrauenswürdigen Datenbasis ab: nachvollziehbare Datenherkunft und Richtlinienkontrollen, um Erklärbarkeit und regulatorische Konformität sicherzustellen.

4. Datenqualität und Open Finance


Daten bilden die Grundlage für die Transformation. Banken investieren in moderne Datenplattformen, aber grundlegende Probleme bestehen fort: Über die Hälfte (55 Prozent) misstraut ihren internen Datensätzen, und viele kämpfen mit Silos und Duplikaten (52 Prozent). Neue Open-Finance-Regeln – wie die Financial Data Access Regulation (FiDA) der Europäischen Kommission, die 2026 in Kraft tritt, und der UK Data (Use and Access) Act 2025 (DUAA) – werden es Kunden ermöglichen, Daten zu teilen, was massgeschneiderte Angebote und Cross-Selling-Möglichkeiten erlaubt. 

Saubere, interoperable Daten seien entscheidend, um Modelldrift zu vermeiden – also Situationen, in denen Entscheidungen im Laufe der Zeit ungenauer werden, weil veraltete Daten und Fehlzuordnungen die KI‑gestützte Personalisierung beeinträchtigen.

5. Beschleunigte Regulierung und Compliance


Das Tempo regulatorischer Veränderungen nimmt zu: Neue Anforderungen an die operationelle Resilienz sind 2025 in Kraft getreten und bleiben weiterhin ein zentraler Schwerpunkt für Banken. Zudem gelten strengere Standards für KI-Governance und die Regulierung von Sofortzahlungen schreitet voran. Von den Instituten werde erwartet, dass sie ihre kontinuierliche Compliance nachweisen, während sich diese Rahmenwerke weiterentwickeln. Compliance wird zu einem strategischen Vorteil, da automatisierte Echtzeitüberwachung und -berichterstattung in Technologie und Betriebsmodelle integriert sind.

6. Neue Kundenerwartungen


Kundenloyalität wird durch drei Kräfte verändert: den Wechsel zu mobilen Kanälen, den Aufstieg von Fintech-Innovatoren und wachsende Erwartungen an Transparenz. Zusammen treiben diese Trends die Nachfrage nach Sofortzahlungen, nahtlosen digitalen Erlebnissen und personalisierten Dienstleistungen an. Um Schritt zu halten, müssen Banken Omnichannel-Engagement und datenbasierte Personalisierung priorisieren.

Dennoch zeigen Herausforderungen bei der Kundenbindung und ein langsames, manuelles Onboarding, dass ein Bedarf an sofortiger Verifizierung und vertrauenswürdigen Identitätsdaten besteht. Beides beschleunigt Transaktionen und stärkt das Vertrauen der Kunden. Die Erfüllung dieser Anforderungen hänge von hochwertigen Daten und der Umsetzung der Einhaltung durch Live-Dashboards, Echtzeit-Datenprüfungen und transparente Identitätsprofile ab. Dadurch können Banken Compliance von einer Einschränkung in eine Vertrauensquelle verwandeln.