Leonteq tief in den roten Zahlen und nominiert früheren ZKB-Manager als VRP
Bereits Anfang Dezember hatte der Derivate-Spezialist Leonteq für das Geschäftsjahr 2025 rote Zahlen angekündigt. Für den Posten des nicht wieder antretenden Präsidenten Christopher Chambers wurde nun mit Felix Oegerli ein Nachfolger präsentiert.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich hat im vergangenen Jahr geringere Kommissions- und Dienstleistungserträge und ein tieferes Handelsergebnis erzielt.
Der Betriebsertrag ging um 28 Prozent auf 172,3 Millionen Franken zurück. Dem standen tiefere Kosten von 205,0 Millionen Franken gegenüber, ein Rückgang um 11 Prozent, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Als Faktoren werden hier ein niedrigerer Personalaufwand und geringeren Netto-Rückstellungen genannt.
Besser als die Guidance habe sich der zugrundeliegende Geschäftsaufwand entwickelt, der um 16 Prozent auf 193.8 Millionen Franken verringerte, wie es weiter heisst.
Daraus resultiere ein Verlust vor Steuern von 21,5 Millionen Franken sowie ein Konzernverlust von 21,9 Millionen.
Keine Dividende
Angesichts des Minus wird für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Für Anfang 2027 wird jedoch in Aussicht gestellt, dass überschüssiges Kapital an die Aktionäre über einen Aktienrückkauf zurückgeführt werden soll.
«Das Jahr 2025 war von gemischten Entwicklungen geprägt», sagt CEO Christian Spieler. «Herausfordernde Marktbedingungen und eine geringere Aktivität unserer historischen Partner belasteten unsere Erträge, und wir schlossen das Jahr mit einem unbefriedigenden Ergebnis ab. Auch die Nachwirkungen von Altlasten beeinträchtigten nach wie vor unser Geschäft.»
Strategische Prioritäten
Der Unternehmenschef verweist jedoch auf das verbesserte Momentum in der zweiten Jahreshälfte. Hier wurde eine Steigerung des Kommissions- und Dienstleistungsertrags gegenüber den ersten sechs Monaten verbucht und die meisten positiven Absicherungsbeiträge seien aufgrund der tieferen realisierten Marktvolatilität im zweiten Halbjahr aufgehoben worden.
Leonteq plane die disziplinierte Umsetzung der strategischen Prioritäten, heisst es weiter. Geplant sind unter anderem der weitere Roll-out einer neuen Generation von AMCs, die zusätzliche wiederkehrende Einnahmen generieren sollen. In Fokus stehe zudem das Retail-Flow-Geschäft in der Schweiz und nach der Genehmigung durch die Bafin auch in Deutschland. Hier ist der Start für das zweite Quartal 2026 geplant.
Das Managemnt erwartet sowohl für das erste Halbjahr als auch für das Gesamtjahr 2026 ein positives Ergebnis vor Steuern. Zudem wird damit gerechnet, dass die mittelfristigen Ziele bis 2028 erreicht werden.
Felix Oegerli wird neuer VRP
Der Verwaltungsrat hat Felix Oegerli (Bild unten) zum nächsten Präsidenten des Verwaltungsrats nominiert. Er wird an der Generalversammlung am 1. April 2026 zur Wahl vorgeschlagen.

Felix Oegerli. (Bild: SFP)
Oegerli war bis Mai 2025 elf Jahre lang Leiter Handel, Vertrieb und Kapitalmärkte bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Von 2009 bis 2014 war er Leiter Cash Collateral Trading & Management und verantwortete das Liquiditätsmanagement, die kurzfristigen Zinssätze und das Prime Finance der Kantonalbank. Vor seiner Tätigkeit bei der ZKB war Oegerli CEO von International Financial Business Solutions, einem 1999 von ihm gegründeten Softwareunternehmen für Wertpapierfinanzierung und Collateral Management.
Zu Beginn seiner Karriere war er 21 Jahre lang bei der UBS tätig, wo er unter anderem die Positionen des Global Head of Prime Brokerage und des Deputy Global Head of Securities Lending and Repo innehatte.















