Twint setzt Wachstumskurs fort

Für das vergangene Jahr 2025 meldet Twint mehr als 901 Millionen Transaktionen. Zum Vorjahreswert ist das ein Plus von 17 Prozent, wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst.

Angaben zum Transaktionsvolumen macht das Unternehmen wie üblich keine.

Für 2024 hatte das Unternehmen noch ein Transaktionswachstum von 31 Prozent gemeldet. 2020 hatte Twint erstmals die Marke von 100 Millionen Transaktionen übertroffen. 2017, im ersten Jahr des Betriebs, waren es nur 4 Millionen gewesen.

Hohe Marktdurchdringung

Die Abflachung der Wachstumskurve scheint auch mit der steigenden Marktdurchdringung zu tun zu haben. Laut der Mitteilung hat Twint inzwischen in der Schweiz mehr als 6 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Das bedeutet, dass inzwischen zwei von drei hier lebenden Personen die Bezahl-App nutzen. Die Bekanntheit der Marke bei der Schweizer Bevölkerung über 16 Jahren habe inzwischen 99 Prozent erreicht.

Im vergangenen Jahr war das Verhältnis der kommerziellen Transaktionen zu den privaten zwischen Privatpersonen 77 Prozent zu 23 Prozent, wie es weiter heisst. In rund 81 Prozent der stationären Geschäfte und 86 Prozent der Online-Shops wird Twint als Zahlungsoption angeboten. Rund 65 Prozent der kommerziellen Transaktionen finden demnach vor Ort statt und 35 Prozent im Distanzgeschäft.

Modernisierung des Angebots

Twint hat sich für das laufende Jahr eine Modernisierung der bestehenden Systeme und eine Ausweitung des Angebots vorgenommen. Auf dem Programm steht etwa die Einführung von Twint Rechnung und Twint Direktlastschrift als papierlose Alternativen zu QR-Rechnungen und Lastschriftverfahren. Die Zahlung im Onlinegeschäft soll mit «Twint Express Checkout» schneller und einfacher werden.

Um neue Kunden zu gewinnen, sind auch weiterhin Marketing-Aktionen geplant, wie etwa «Twint Prio Tickets», bei denen die Nutzer Konzerttickets vor dem regulären Verkaufsstart beziehen können.

Digitale Souveränität

Das Unternehmen sieht sich auch als einen wichtigen Baustein, um die digitale Souveränität der Schweiz und die Unabhängigkeit von globalen Tech-Giganten zu bewahren. Dazu gehöre auch, dass Schweizer Zahlungsanbieter vollen Zugriff auf alle technischen Schnittstellen für das digitale Bezahlen erhalten.

Das Unternehmen begrüsst entsprechend, dass die Wettbewerbskommission (Weko) im Rahmen einer Vorabklärung das Vorgehen von Apple rund um die Nutzung der NFC-Schnittstelle auf seinen Geräten genauer prüft.

Gebühren sorgen für Streit mit Detailhandel

Im vergangenen Sommer war bei der Weko eine Beschwerde gegen Twint eingegangen. Der Verband der Detailhandelsunternehmen «Swiss Retail Federation» will damit gegen die Höhe der Twint-Gebühren vorgehen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen und zu hohe Gebühren zu berechnen.

Das Unternehmen selbst verweist auf seine transparenten und im Vergleich zu anderen Zahlungsabwicklern wettbewerbsfähigen Gebühren.