Thomas Jordan reiht Mandat an Mandat

Heute hat der Riese Nestlé, der Nahrung nicht nur für den Menschen, sondern auch für Hunde und Katzen produziert, das Jahresergebnis 2025 und eine Aktualisierung der Strategie vorgelegt. Das ist für die Aktionäre des Schwergewichts im SMI, dem Börsenbarometer für die Schweizer Blue Chips, eine wichtige Nachricht – und interessiert vor dem Hintergrund, dass Nestlé in letzter Zeit für Schlagzeilen der wenig schmeichelhaften Art gesorgt hat (für die «Viviser» ziemlich ungewohnt), sowohl in Bezug auf Geschäftszahlen, Führungspersonal als auch Produkte.

Für die Schweizer Finanzgemeinde allerdings doch noch relevanter war die Meldung vom Mittwochabend, in welcher der weltweit tätige und in Vevey domizilierte Nahrungsmittelkonzern Veränderungen im Verwaltungsrat ankündigte. Neben Fama Francisco, Chefin der Sparte Global Baby, Feminine and Family Care bei Procter & Gamble (P&G), soll auch Thomas Jordan am 16. April von der Generalversammlung in das Leitungsgremium gewählt werden.

Reiche Finanzmarkterfahrungen und fundiertes ökonomisches Wissen

Der ehemalige Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank bedarf hierzulande eigentlich keiner Vorstellung mehr. Die Aussage im Communiqué, dass er über reiche Erfahrungen an den internationalen Finanzmärkten und der Makroökonomie verfügt, ist sicher keine Untertreibung.

Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass Jordan Präsident des Stiftungsrats des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern werden soll.

Reihe von Mandaten

Da er bereits seit April 2025 im Verwaltungsrat der Versicherungsgesellschaft Zurich sitzt, im Juni Senior Advisor beim Vermögensverwalter Munzinich geworden ist und im November zum «Distinguished Fellow» der Denkfabrik Avenir Suisse ernannt wurde, nahm finews dies zum Anlass, die Frage zu stellen, ob sich Jordan nun hinreichend ausgelastet oder noch offen für weitere Herausforderungen fühle. Nun liegt die Antwort darauf schon vor.

Mit dem Nestlé-Mandat traut sich Jordan erstmals ein Mandat ausserhalb des Finanzmarkts bzw. des liberalen Netzwerks zu. Bereits Jordans Vorvorgänger als Nationalbankpräsident, Jean-Pierre Roth, nahm nach seinem Rücktritt mehrere Jahre (2010 bis 2019) Einsitz in den Nestlé-Verwaltungsrat.