KMU-Finanzierungs-Fintech expandiert in die Deutschschweiz

Die Plattform Kredo (über die finews erstmals vor einem Jahr berichtete) will den Markt für KMU-Finanzierungen aufmischen und hat dazu eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe abgeschlossen, wie es in einem Communiqué vom Mittwoch heisst.

Das traditionelle Finanzierungsmodell der Banken sei verbesserungswürdig: wenig Wettbewerb, lange Wartezeiten und komplexe Prozesse. Kredo verweist zudem auf die Lücke, die nach dem Wegfall der Credit Suisse (CS) entstanden sei. Kredo will es mit einem einfachen Ansatz, der auf modernster Technologie und dem Zugang zum ersten ausschliesslich für KMU bestimmten Private-Debt-Fonds in Franken basiert, besser machen. Die Unternehmen sollen die Kredite innerhalb weniger Tage erhalten.

«Kurs auf die Deutschschweiz und das Tessin»

Mehrere Unternehmen und Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, insbesondere aus der Deutschschweiz, hätten in Kredo investiert, heisst es weiter.

Nach dem grossen Erfolg in der Westschweiz ermögliche die Finanzierungsrunde den Eintritt in eine neue Phase starken Wachstums und ebne den Weg für eine Expansion auf nationaler Ebene. «Mit dieser Kapitalbeschaffung geht Kredo in die Offensive: Kurs auf die Deutschschweiz und das Tessin», sagt kommentiert Raeto Guler, Partner und Verantwortlicher für den Deutschschweizer Markt.

Kreditverknappung wegen Credit Suisse

Gemäss der Westschweizer Zeitung L'Agéfi hat Kredo vor zwei Wochen ein Büro in Zürich mit drei Mitarbeitern eröffnet. Der Hauptsitz ist in Pully, wo neum Mitarbeiter tätig sind. Die Mittel aus der Finanzierungsrunde würden in den weiteren Aufbau der Plattform und Werbung investiert, die Kredite über den Luxemburger Kredo Debt Fund I.

Laut CEO Lucas Wüst sei es nach dem Wegfall der CS zu einer Art Kreditverknappung gekommen. Auslandbanken seien eher an grossvolumigen Krediten interessiert, Kantonalbank verlangten hypothekarische Sicherheiten.

Halbe Milliarde dauert länger

Nach dem Zeitungsbericht hat das Fintech Kredo in den letzten zweieinhalb Jahren rund 100 KMU finanziert, mit Beträgen zwischen 50'000 und 1 Million Franken.

Gegenüber finews hatte Kredo vor einem Jahr festgehalten, dass der Kredo Debt Fund bis Ende 2027 auf eine halbe Milliarde Franken wachsen soll. Nun erklärt CEO Wüst, mit der Erreichung des Ziels leicht im Verzug zu sein. Es werde wohl eher 2028 oder vielleicht sogar 2029 werden.