Revolut startet eigenen Venture-Fonds
«Die eigene, von Revolut verwaltete Plattform [Revolut Ventures] soll berechtigten Kunden ermöglichen, Positionen in privaten Unternehmen neben ihren bestehenden Portfolios aufzubauen», heisst es laut dem Handelsblatt in einer internen Mitteilung. Ziel sei es, Privatanlegern Zugang zu Venture-Capital-Investments «auf institutionellem Niveau» zu verschaffen.
«Diese Investmentmöglichkeiten bieten zwar Wachstumspotenzial, sind jedoch deutlich illiquider als börsengehandelte Aktien und bergen ein erhebliches Risiko des Kapitalverlusts», warnt auch Revolut. Daher soll sich das neue Angebot auch nicht an alle Kunden der Neobank richten, sondern nur an «berechtigte». Details dazu nennt Revolut zunächst nicht.
Später an die Börse
Der ELTIF-Venture-Fonds von Revolut soll vor allem in Technologieunternehmen investieren, die bereits über das Gründerstadium hinaus sind und vor einem möglichen Börsengang stehen.
Das mittlere Alter beim Börsengang ist laut Revolut zwischen 2014 und 2025 von 6,9 auf elf Jahre gestiegen. In der Folge entstünde ein grosser Teil der Wertschöpfung, bevor ein Unternehmen überhaupt an die Börse geht. Beispiele dafür sind die grossen KI-Labore Anthropic und OpenAI.
Für die Fondsverwaltung ist die Carne Group verantwortlich. Carne hat rund 700 Kunden, die in über 160 Ländern mehr als eine Billion US-Dollar verwalten. Fondsadministrator ist Alter Domus, als Verwahrstelle und Depotbank fungiert das US-Institut BNY.
Bereits im Juli dieses Jahres hatte die Neobank ein Private-Equity-Angebot gestartet. Revolut-Kunden können über die App in Fonds der Vermögensverwalter Apollo, Aeres, Hamilton Lane und Partners Group investieren. Andere Neobanken und Broker bieten schon länger Privatmarktanlagen an. Vor rund einem Jahr nahm Trade Republic Fonds von EQT und Apollo auf die Plattform. Scalable vertreibt den Private-Equity-ELTIF von Blackrock.
Noch keine Finma-Lizenz
In der Schweiz nutzen bereits über 1,3 Millionen Menschen Revolut. Eine eigene Schweizer Banklizenz besitzt Revolut bisher nicht. Im September jedoch hat das Unternehmen bei der Finanzmarktaufsicht Finma eine solche beantragt. Zudem will es in den kommenden fünf Jahren mehr als 150 Millionen Franken in der Schweiz investieren.















