FIFA-WM: Dieser Champagner beflügelt Fussballfans

Die Keller von Taittinger in Reims erzählen von Zeit, Geduld und Präzision. Wer dort unten steht, versteht schnell, dass Champagne nicht für den schnellen Effekt gemacht ist, sondern aus Herkunft, Handwerk und einem langen Atem entsteht.

Umso spannender wirkt es, wenn ein solches Haus den Blick auf eine Bühne richtet, die von einem ganz anderen Rhythmus lebt: eine Fussball-WM, in der sich Emotionen verdichten, Nationen mitfiebern und ein einziger Moment manchmal genügt, um in Erinnerung zu bleiben.

Zwischen diesen beiden Welten bewegt sich die neue WM-Edition von Taittinger. Sie ist eine gestaltete Flasche für ein grosses Turnier – aber auch ein Zeichen dafür, wie ein familiengeführtes Champagnerhaus heute internationale Sichtbarkeit sucht, ohne seine eigene Sprache zu verlieren.

«Wir sind keine passive Marke»

Die Partnerschaft zwischen Taittinger und der FIFA besteht seit 2013. Damals begann sie rund um den Confederations Cup und die WM 2014 in Brasilien. Inzwischen ist daraus eine der sichtbarsten internationalen Kooperationen eines Champagnerhauses geworden.

Für Clovis Taittinger, Generaldirektor der Maison, ist diese Verbindung vor allem Anerkennung: ein Zeichen dafür, dass ein unabhängiges Haus auch ohne die Grösse eines Luxuskonzerns auf höchstem Niveau mitspielen kann. Gleichzeitig beschreibt er Taittinger als moderne, aktive und «erobernde» Marke – ein Haus, das Bewegung sucht, nicht eines, das zuschaut.

Champagne lebt nicht für den Keller

Besonders aufschlussreich wird das Gespräch dort, wo es um Zeit geht. Champagne sei zwar ein Wein, der Jahre der Arbeit und Reifung benötige, sagt Clovis Taittinger. Aber am Ende entstehe er nicht für den Keller, sondern für das Leben. Für gemeinsame Momente. Für Emotionen.

Die Antwort auf die Frage, ob ihn eher die Zeit oder der Moment berühre, kommt überraschend direkt: «L'instant. On ne vit que pour cela.» Der Moment. Dafür lebe man.

Es ist ein Satz, der viel über die Denkweise der Familie erkennen lässt. Denn obwohl Champagne oft über Lagerdauer, Jahrgänge oder technische Präzision definiert wird, spricht Taittinger stärker über Erlebnisse, Kultur und Erinnerung.

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Geschwister Vitalie und Clovis Taittinger. (Bild: zVg)

Die Form darf nie lauter werden als der Inhalt

Auch die neue WM-Edition folgt dieser Logik. Die Flasche arbeitet mit den Farben der Gastgeberländer USA, Mexiko und Kanada. Das Design ist sichtbarer als gewöhnlich, fast bewegter – trotzdem bleibt die Form bewusst nah an der klassischen Taittinger-Flasche.

Clovis Taittinger spricht dabei einen interessanten Gedanken aus: Man habe nie versucht, sich primär über Form oder Effekte zu unterscheiden. Die wahre Stärke eines Hauses liege nicht darin, möglichst dynamisch aufzutreten, sondern darin, einen Wein zu kreieren, der universell, zugänglich und schön sei. Ein Zugang, der sich in einer Zeit, in der viele Luxusmarken maximale Aufmerksamkeit suchen, fast ungewöhnlich ruhig anfühlt.

Alles intern umgesetzt

Bemerkenswert ist zudem, wie stark Taittinger dieses Projekt selbst getragen hat. Design, Logistik, Aktivierung, Umsetzung: alles intern entwickelt. Für Clovis Taittinger ist genau das entscheidend – nicht die Sichtbarkeit allein, sondern die Fähigkeit, Qualität und Präzision bis ins Detail selbst umzusetzen.

Die FIFA sei ein enorm anspruchsvolles Umfeld. Entsprechend wichtig sei es gewesen zu zeigen, dass das Haus kommunikativ wie operativ auf diesem Niveau arbeiten kann.

Fussball als Kultur

Interessant ist auch, wie selbstverständlich Taittinger den Fussball kulturell einordnet. Sport erscheint im Gespräch nie als reiner Marketingkanal.

Clovis Taittinger spricht über Erinnerungen, Geschichten, Emotionen und gemeinsames Erleben – Champagne sei für ihn nicht einfach ein technisches Produkt, sondern Teil einer Kultur des Teilens. Vielleicht erklärt genau das, weshalb diese Partnerschaft trotz ihrer Grösse nie komplett künstlich wirkt: Die FIFA bringt Reichweite, Taittinger bringt Geschmack und eine eigene Geschichte.

Mut als Familienprinzip

Was soll von dieser Verbindung bleiben? Clovis Taittinger antwortet nicht mit Marketingformeln. Man müsse aktiv bleiben, investieren, kreieren, Risiken eingehen. Und daran glauben, dass Taittinger auch morgen zu den grossen Namen der Champagne gehören kann.

Das klingt weniger nach Strategie als nach einem Prinzip, das in der Familie schon länger gilt.


Während der Fussball-WM wird die Taittinger WM-Edition auch in Zürich erlebbar: Im Bohemia kann sie während des Turniers als Champagner by the Glass genossen werden – genau dort, wo Champagne am Ende hingehört: ins Glas, an den Tisch, in den Moment.