UBS-Studie: Family Offices setzen verstärkt auf Diversifikation und KI
Geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Risiken treiben Family Offices weltweit zu einer Neuausrichtung ihrer Portfolios. Das zeigt der am Donnerstag veröffentlichte «UBS Global Family Office Report 2026». Für die Studie befragte die Großbank 307 Family Offices aus mehr als 30 Ländern mit einem durchschnittlichen Nettovermögen von 2,7 Milliarden Dollar.
Demnach wollen erstmals 60 Prozent der befragten Family Offices ihre strategische Asset-Allokation innerhalb der kommenden zwölf Monate anpassen – der höchste Wert seit Einführung der Studie. Im Vordergrund stehen dabei eine breitere Diversifikation über Regionen, Währungen und Anlageklassen hinweg sowie eine stärkere Fokussierung auf langfristige Themeninvestments.
Hohes Interesse an Künstlicher Intelligenz
«Der Bericht zeigt, dass Family Offices ihre Portfolios weiterhin auf besonnene Weise anpassen», sagt Benjamin Cavalli, Head of Strategic Clients & Global Connectivity bei UBS Global Wealth Management. Viele Investoren würden ihr Engagement im US-Dollar reduzieren oder regional breiter diversifizieren, ohne jedoch ihre Positionen in Nordamerika grundsätzlich infrage zu stellen.
Besonders stark bleibt das Interesse an künstlicher Intelligenz. Laut Studie haben bereits 65 Prozent der Family Offices entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette investiert – von Rechenzentren über Softwareplattformen bis hin zu Halbleiterherstellern. Trotz hoher Bewertungen planen viele Investoren, ihre Engagements auszubauen oder mindestens beizubehalten.
«Künstliche Intelligenz bleibt das prägende Anlagethema dieses Jahrzehnts», sagt Yves-Alain Sommerhalder, Head of GWM Solutions bei UBS. Family Offices würden dabei zunehmend selektiv vorgehen und Chancen mit Risikodisziplin kombinieren.
Defizite bei Governance und Nachfolgeplanung
Neben KI zählen Infrastruktur sowie Energie- und Rohstoffinvestments zu den bevorzugten Themen. Kryptowährungen hingegen bleiben laut UBS weiterhin eine Nischenanlage. Zwar betrachten mittlerweile 44 Prozent der investierten Family Offices digitale Assets als Teil ihrer strategischen Vermögensallokation, die tatsächlichen Allokationen bleiben jedoch meist niedrig.
Für Schweizer Family Offices zeigt die Studie ein vergleichsweise defensives Bild. Sie verfügen laut UBS über breit diversifizierte Portfolios mit einem Schwerpunkt auf Westeuropa und Nordamerika und nehmen Anpassungen zurückhaltender vor als internationale Wettbewerber. Thematisch dominieren auch hier KI, Energie sowie Automatisierung und Robotik.
Gleichzeitig sieht UBS weiterhin Defizite bei Governance und Nachfolgeplanung vieler Family Offices. Nur rund ein Drittel verfügt laut Studie über einen klar definierten Nachfolgeplan, und lediglich 27 Prozent bereiten die nächste Generation strukturiert auf künftige Führungsrollen vor.
Schweizer Family Offices agieren vorsichtiger
Schweizer Family Offices verfügen laut der UBS-Studie über ausgewogene und international diversifizierte Portfolios: 50 Prozent der Anlagen entfallen auf Westeuropa, weitere 37 Prozent auf Nordamerika. Ihr Anlageansatz ist stark von Stabilität, Diversifikation und Innovation geprägt.
Zu den wichtigsten Anlagethemen zählen künstliche Intelligenz (59 Prozent), Energie und Rohstoffe (41 Prozent) sowie Automatisierung und Robotik (38 Prozent). Im Vergleich zu ihren globalen Pendants agieren Schweizer Family Offices jedoch vorsichtiger: Nur 43 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten strategische Portfolioanpassungen.
Laut UBS zeichnen sich Schweizer Family Offices insbesondere durch ihre ausgewogene regionale und thematische Ausrichtung aus. Im Fokus stehen dabei langfristige Widerstandsfähigkeit und technologischer Wandel.















