Radicant-Numarics-Transaktion: Jetzt schaltet sich die Finma ein

Es hätte der Befreiungsschlag sein sollen: Am 17. Oktober 2024 verkündete die angeschlagene Radicant Bank, die Tochtergesellschaft der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), den Zusammenschluss mit Numarics. Ziel war es, Privatkunden sowie KMU ein voll integriertes Angebot für Banking, Finanzanlagen sowie Administration anzubieten.

Die Rechnung ging nicht auf. Die Radicant Bank ist Ende 2025 vom Markt verschwunden; im Sommer musste die BLKB eine empfindliche Wertberichtigung von 105,5 Millionen Franken vornehmen.

Unabhängiges Gutachten

Die Ereignisse wurde im September 2025 bereits von einer von der BLKB unabhängigen Untersuchungskommission beleuchtet. Das Fazit: Die Gutachter kritisierten die späte Information über die «finanzielle und wirtschaftliche Situation» der durch den Zusammenschluss neu entstandenen Einheit Radicant Holding AG.

Gemäss den Gutachtern wäre es angezeigt gewesen, eine frühere und gegebenenfalls «stufenweise Publizierung der finanziellen Lage zu prüfen». Das vom Bankrat gewählte Vorgehen habe letztlich dazu geführt, die Situation «zu spät, nämlich erst am 3. Juli 2025 mit der Ad-hoc-Mitteilung über die Wertberichtigungen auf die radicant holding ag öffentlich zu machen».

PUK wurde ins Bild gesetzt

Nun nimmt sich auch die Finanzmarktaufsicht Finma der Sache an, wie die BLKB am Donnerstag berichtet. Sie untersucht die Abläufe und Hintergründe der Transaktion.

«Die BLKB begrüsst die Untersuchung der Abläufe und Hintergründe der Radicant-Numarics-Transaktion durch die Finma. In den vergangenen Monaten sind wir bei der internen Aufarbeitung dieser Transaktion gut vorangekommen und konnten bereits entsprechende bankinterne Massnahmen umsetzen. Die Ergebnisse der Finma-Untersuchung werden uns bei der weiteren Aufarbeitung unterstützen», sagt der interimistische Bankratspräsident Thomas Bauer (der früher selber Präsident des Finma-Verwaltungsrats war).

Undd er hält weiter fest: «Die Parlamentarische Untersuchungskommission des Landrats (PUK), die gerade ihre Arbeiten aufnimmt, ist von uns über die Untersuchung der Finma informiert worden. Unser Anliegen ist es, beide Untersuchungen zu unterstützen. Damit möchten wir auch dazu beitragen, dass Doppelspurigkeiten bei den laufenden Untersuchungen vermieden werden können.»