Der neue Player im Zuger Crypto Valley hegt grosse Pläne

Das Zuger Crypto Valley erhält weiteren Zuwachs: Die international tätige Digitalbank The Kingdom Bank hat am Dienstagabend ihre Expansion in die Schweiz angekündigt – inklusive Repräsentanz in Zug, Zürich und Genf. Gleichzeitig lanciert das Institut mit der «Kingdom Coin» einen eigenen Utility-Token. Der Auftritt erfolgte im Rahmen eines Events im CV Labs, wo Vertreter der Bank ihre Wachstumspläne präsentierten.

Die Entscheidung für Zug sei strategisch, so das Management: Die Nachfrage aus der Schweizer Blockchain- und Fintech-Szene sei hoch, insbesondere von Unternehmen, die Schwierigkeiten beim Zugang zu klassischen Bankdienstleistungen hätten.

Erst seit wenigen Jahren operativ tätig Die 2016 gegründete Bank mit Vollbanklizenz im Commonwealth of Dominica ist seit Ende 2021 operativ tätig und versteht sich als internationale, krypto-affine Digitalbank. Ursprünglich auf Firmenkunden fokussiert, betreut sie heute nach eigenen Angaben über 180'000 Kunden, davon rund 80 Prozent High-Net-Worth-Individuals.

2025 erreichte das Institut laut eigenen Angaben ein Einlagenvolumen von 10 Milliarden Dollar bei einem durchschnittlichen Wachstum von 500 Prozent im Jahresvergleich. Das Geschäftsmodell kombiniert klassische Bankdienstleistungen mit Blockchain-Infrastruktur. Angeboten werden unter anderem:

  • Dedizierte IBAN-Konten
  • SEPA- und SWIFT-Zahlungsverkehr
  • Multiwährungskonten (über 60 Fiat- und Stablecoin-Währungen)
  • On- und Off-Ramp-Lösungen
  • Krypto-Sparlösungen
  • Visa-Debitkarten (physisch und virtuell) mit direkter Krypto-Aufladung
  • Batch-Payments und digitale Ausgabenverwaltung

Die durchschnittliche Onboarding-Zeit liege bei drei bis fünf Arbeitstagen, inklusive sofortiger Bereitstellung einer IBAN. Damit adressiert die Bank insbesondere Startups und internationale Firmenstrukturen, die bei traditionellen Banken auf regulatorische Hürden oder lange Prüfprozesse stossen. Lancierung eines eigenen Coins Die Präsenz in der Schweiz befindet sich im Aufbau.

Aktuell läuft laut Management der Prozess zur Erlangung einer Repräsentanzlizenz. Geplant sind Standorte in Zug, Zürich und Genf. Bereits heute stamme ein signifikanter Teil der Kundschaft aus der Schweiz. Parallel zur Schweizer Expansion stellte die Bank ihren eigenen Token vor: des «Kingdom Coin».

Dabei handelt es sich um einen ERC-20-Token auf der Ethereum-Blockchain. Die Verwahrung erfolgt über Fireblocks, die Smart-Contract-Audits wurden laut Angaben der Bank unter anderem mit Unterstützung von OpenZeppelin durchgeführt. Der Token ist primär als Utility-Asset konzipiert.

Alper Uygur, Vertriebsleiter bei The Kingdom Bank, am Dienstagabend bei CV Labs in Zug. (Bild: finews)

Die Bank verzichtet nach eigenen Angaben bewusst auf eine klassische Börsen-Listungsstrategie mit Market Makern. Stattdessen soll der Token direkt in die eigene Plattformökonomie integriert werden. Venture-Pläne in Vorbereitung Über das reine Banking hinaus plant Kingdom den Aufbau einer Investmentplattform unter dem Namen «Kingdom Ventures».

Ziel ist es, bis Ende Jahr bis zu 20 Millionen Dollar in Startups aus den Bereichen Fintech, Digital Banking und Krypto-Infrastruktur zu investieren. Der Launch der Venture-Sparte ist für das dritte Quartal vorgesehen. Bewerbungen von Startups sollen über eine eigene Plattform eingereicht werden können.