Liechtenstein: Steht die Bank Frick zum Verkauf?
In der M&A-Branche machen Berichte die Runde, wonach die Bank Frick gemeinsam mit PwC strategische Optionen prüft, inklusive eines Verkaufs. Das Institut ist als liechtensteinische B2B-Spezialistin mit starkem Fokus auf digitale Vermögenswerte bekannt.
Gemäss den Briefings evaluiert die Eigentümerin, die Kuno Frick Family Foundation, Ausgangslage und Möglichkeiten für eine nächste Entwicklungsphase. Eine öffentliche Bestätigung der beteiligten Parteien liegt bislang nicht vor.
Schweigen in Balzers
finews hat die Bank Frick am Mittwochmorgen um eine Stellungnahme ersucht. Die in Balzers ansässige Bank reagierte nicht auf die Anfrage.
Operativ hat die Bank Frick ihre internationale Präsenz in den vergangenen Jahren ausgebaut. Wie finews berichtete, eröffnete sie eine Niederlassung in Dubai und verstärkte damit ihre Präsenz im Golfraum.
MiCAR-Zugang zu Europa
Auch regulatorisch hat die Bank ihre Positionierung in Europa geschärft. Im Januar vermeldete sie die MiCAR-Autorisierung als strategisch wichtiger Schritt für die Betreuung von Digital-Asset- und Fintech-Kunden im europäischen Binnenmarkt.
Die jüngsten Finanzzahlen zeigen jedoch ein anspruchsvolles Umfeld. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte die Bank Frick einen Reingewinn von 4,5 Millionen Franken (–18,2 Prozent gegenüber Vorjahr) bei verwalteten Vermögen von 5,03 Milliarden Franken (–10,8 Prozent), wie finews berichtete.
Im oberen Segment der kleineren Liechtensteiner Banken
Mit verwalteten Vermögen von rund 5 Milliarden Franken gehört die Bank Frick zum oberen Segment der kleineren Banken im Fürstentum. Per Ende 2024 lag sie vor Bendura (rund 3,5 Milliarden Franken), Sigma (rund 3 Milliarden Franken) sowie der EFG Bank von Ernst (rund 1,5 Milliarden Franken), einer Tochter der EFG International.
Gleichzeitig sprechen jüngste Expansionen bei Governance und Infrastruktur eher für Kontinuität. Die Bank Frick erweiterte erst Anfang Februar ihren Verwaltungsrat mit der Ernennung von Marzia Thüring-Menegon, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Zudem vergab sie den Architekturauftrag für einen neuen Hauptsitz, wie in einer separaten Ankündigung (ebenfalls Anfang Februar) bekanntgegeben wurde.
Strategisch aktiv
Eine offizielle Bestätigung eines Verkaufsprozesses gibt es derzeit nicht. Die Bank ist profitabel, solide kapitalisiert und strategisch aktiv – auch wenn Ertragslage und verwaltete Vermögen zuletzt unter Druck standen.
Ein Bonmot aus der M&A-Welt passt dennoch: Ist der Preis richtig, steht jedes Unternehmen zum Verkauf. Besonders trifft dies auf kleinere Banken zu.















