Lobbying der UBS wird als kontraproduktiv gesehen
Der UBS wurde von Mitgliedern des Nationalrates und des Ständerates signalisiert, dass sie ihre Lobbyarbeit zum Thema Eigenmittelverordnung etwas zurückfahren sollte. Das berichtet die «Financial Times» unter Berufung auf Kreise.
Die öffentliche Präsenz von CEO Sergio Ermotti im Widerstand gegen die Änderungen sollten demnach reduziert werden, hiess es weiter. «Ein grosser Teil des Parlaments stimmt der Bank (in einem wichtigen Streitpunkt) tatsächlich zu, aber wir haben ihnen gesagt, dass ihre Lobbyarbeit und insbesondere die Äusserungen von Ermotti derzeit nicht hilfreich sind», wird eine der Quellen zitiert.
Wirtschaftskommissionen wollen Kapitalunterlegung der Tochtergesellschaften abschwächen
Ein anderer Parlamentarier aus dem Ständerat sagte, man habe der Bank privat geraten, «ihre Lobbykampagne zu überdenken», insbesondere da sich das Verhältnis zwischen der Geschäftsleitung der Bank und Finanzministerin Karin Keller-Sutter verschlechtert habe.
Im vergangenen November hatten die Wirtschaftskommissionen des Nationalrates und des Ständerates (WAK-N und WAK-S) ihre Empfehlungen zur Neuordnung der Eigenmittelverordnung vorgelegt. Im Dezember hatte dann zudem eine Gruppe von Parlamentariern aus dem bürgerlichen Lager einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Alle diese Pläne sahen eine klare Abschwächung vor, insbesondere bei der Regelung der Kapitalunterlegung für ausländische Tochtergesellschaften.
Harsche Ablehnung durch Keller-Sutter
Das kam bei Finanzministerin Keller-Sutter nicht gut an. In einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» Ende Januar lehnte sie die Kompromissvorschläge mit deutlichen Worten ab. Auch das Argument, die Neuregelung stelle einen Nachteil für die UBS im internationalen Wettbewerb dar, liess sie nicht gelten.
Die Auseinandersetzung um die Eigenkapitalvorschriften soll laut Medienberichten auch einen Einfluss auf die Nachfolgeplanung für Sergio Ermotti haben. Laut einem Bericht der «NZZ» vom Wochenende könnte er so lange auf dem Chefposten bleiben, bis es hier eine abschliessende Regelung gibt.















