Rothschild & Co verdient deutlich weniger
Rothschild-Verwaltungsratspräsident Gary Powell schreibt im Geschäftsbericht von einem Jahr «geprägt von geopolitischer Unsicherheit und strukturellem Wandel». Operativ entwickelte sich das Geschäft in der Schweiz positiv. Die Bank erzielte hier Netto-Neugelder von 802 Millionen Franken. Davon entfielen gut 535 Millionen Franken auf das erste Halbjahr.
Deutlich weniger erfreulich lief das Geschäft in Deutschland, grössere Abflüsse führten dort zu Netto-Neugeldern von lediglich 13 Millionen Franken. Insgesamt belaufen sich die verwalteten Vermögen auf 35 Milliarden Franken, also praktisch gleich viel wie Ende 2024.
Markt- und Währungseffekte steuerten 465 Millionen Franken bei, wobei die Schwäche von US-Dollar, Pfund und Euro gegenüber dem Franken dämpfend wirkte.
Zinssenkungen belasten
Im wichtigen Kommissionsgeschäft konnte Rothschild & Co im vergangenen Jahr zulegen. Hier stieg der Ertrag um fast 3 Prozent auf 138,3 Millionen Franken, der Handelserfolg wuchs um 26 Prozent auf 22,4 Millionen Franken, dabei seien die Kunden vor allem im ersten Halbjahr sehr aktiv gewesen, heisst es dazu. Im Zinsgeschäft resultierten dagegen rund 24 Millionen Franken weniger Einnahmen als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang beim Nettozins-Ertrag von 36 Prozent auf noch 42 Millionen Franken. Zusammen ergibt dies einen Gesamtertrag von 223,6 Millionen Franken oder 6 Prozent weniger als 2024.
Die Bank bietet im Jahresschnitt umgerechnet 479 Vollzeitstellen, gut vier Prozent mehr als 2024. Die Personalkosten stiegen um knapp 2 Prozent auf 134 Millionen Franken, die übrigen Aufwände um gut 6 Prozent.
Damit ergibt sich ein operativer Gewinn von 28,6 Millionen Franken oder 41 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Reingewinn halbierte sich nahezu noch 19,6 Millionen Franken (-48 Prozent), dies trotz einer deutlich tieferen Steuerbelastung von gut 7,4 Millionen Franken. Die Cost/Income-Ratio stieg von 74,9 auf 82,3 Prozent.
Kapitalisierung bleibt komfortabel
Rothschild-Verwaltungsratspräsident Gary Powell betont die gute Kapitalbasis. Die Gesamtkapitalquote liegt bei 23,1 Prozent und damit deutlich über den regulatorischen Vorgaben. Auch die Liquiditätskennzahlen (LCR mit 162,2 Prozent und NSFR mit 146,3 Prozent bewegten sich klar oberhalb der Mindestanforderungen.
Mit Blick auf 2026 warnt Powell vor erhöhter geopolitischer Unsicherheit und ambitionierten Bewertungen insbesondere im US-Technologiesektor. Gleichwohl sieht er Unterstützung durch solide US-Unternehmensbilanzen und steigende europäische Staatsausgaben.
Die Bank wolle weiter in Personal, Beratungskompetenz und nachhaltiges Wachstum investieren.















