Raiffeisen wächst, verdient aber weniger
Die Hypothekarforderungen sind laut Mitteilung vom Mittwoch um 10,2 Milliarden Franken auf 230,9 Milliarden Franken gewachsen. Das entspricht einem Plus von 4,6 Prozent. Die Kundenausleihungen im Firmenkundengeschäft stiegen um 3,9 Milliarden auf 57 Milliarden Franken.
Raiffeisen konnte im abgelaufenen Jahr gut 5'000 neue Firmenkunden gewinnen, wobei insbesondere die Zunahme im Segment der mittelgrossen und grossen Unternehmen erfreulich sei.
Breit abgestützt über alle Regionen
Bei den Kundeneinlagen konnte Raiffeisen das starke Wachstum aus dem Vorjahr übertreffen und verbuchte Neugelder in Höhe von 10,9 Milliarden Franken. Die Kundeneinlagen belaufen sich damit auf 225,8 Milliarden Franken (+5,1 Prozent). Das Wachstum sei breit abgestützt über alle Regionen hinweg.
Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft hat sich aufgrund der sinkenden Zinsmarge rückläufig entwickelt. Er ging um 202,2 Millionen Franken oder 7,1 Prozent zurück auf 2,6 Milliarden Franken. Diese Entwicklung war geprägt von den Zinssenkungsschritten der Schweizerischen Nationalbank im ersten Halbjahr 2025, die insbesondere bei den Saron-Flex-Hypotheken zu tieferen Zinserträgen geführt haben.
Höherer Ertrag im Handel
Dank des starken Vorsorge- und Anlagegeschäfts konnte Raiffeisen den Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 10 Prozent auf 751,9 Millionen Franken steigern. Auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft hat sich mit einem Plus von 13,0 Prozent deutlich erhöht und lag bei 295,6 Millionen Franken. Damit erhöhte sich der Anteil des indifferenten Geschäfts am Geschäftsertrag auf 27,4 Prozent.
Das Depotvolumen ist um 7,8 Milliarden Franken auf 59,7 Milliarden Franken gewachsen. Im Vergleich zu Ende Vorjahr entspricht dies einem Plus von 15 Prozent. Das Nettoneugeldvolumen im Anlagegeschäft beträgt 2,9 Milliarden Franken. Auch die Anzahl der Depots entwickelte sich mit einem Plus von 56’000 laut Raiffeisen «erfreulich». Haupttreiber des Wachstums im Anlagegeschäft waren erneut die Vermögensverwaltungsmandate. Sowohl die Anzahl als auch das Volumen haben mit einem Plus von 35 beziehungsweise 37 Prozent deutlich zugelegt. Mittlerweile sind mehr als ein Viertel des gesamten Anlagevolumens von Raiffeisen in einem Vermögensverwaltungsmandat.
Mehr Personal
Auf der Kostenseite führte der Personalausbau in der Beratung bei den Raiffeisenbanken in einem um 44,4 Millionen beziehungsweise 2,8 Prozent höheren Personalaufwand. Der Personalbestand ist um rund 252 Vollzeitstellen gewachsen. Der Sachaufwand nahm um 13,2 Millionen Franken oder 2,2 Prozent moderat zu. Höhere Kosten ergaben sich insbesondere aufgrund von Jubiläumsaktivitäten sowie im Projektgeschäft. Insgesamt hat der Geschäftsaufwand um 57,6 Millionen Franken oder 2,6 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken zugenommen.
Durch die Kostenzunahme bei insgesamt tieferem Geschäftsertrag hat sich die Cost-Income-Ratio von 56,7 auf 59,4 Prozent erhöht.
Gesunken, aber auf einem «guten Niveau»
Der Geschäftserfolg liegt mit 1,3 Milliarden Franken 9,1 Prozent unter dem Vorjahr. «Im Mehrjahresvergleich entspricht dies einem guten Niveau», heisst es dazu. Der Gruppengewinn beträgt 1,09 Milliarden Franken. Raiffeisen weise damit ein gutes Ergebnis aus, das jedoch mit einem Rückgang um 120,1 Millionen Franken «erwartungsgemäss» unter dem Vorjahreswert liegt. Rund 990 Millionen Franken des Gewinns fliessen in die Reserven der Gruppe, die damit weiter gestärkt werden.
Damit ist der Gewinn bei der Raiffeisen Gruppe erneut gesunken. 2024 waren es 1,21 Milliarden Franken gewesen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Minus von 13 Prozent.















