Schweizer Pensionskassen erzielen 2025 starke Renditen

Die Schweizer Pensionskassen erzielten 2025 im Durchschnitt eine Rendite von 6,4 Prozent. Das ist ein Ergebnis der am Mittwoch veröffentlichten Complement-Pensionskassenstudie «Risiko Check-up 2026». Das liegt deutlich über dem langjährigen Schnitt von 3,5 Prozent.

complementa rendite s

Grafik: Complementa

Auch die Versicherten profitierten von der Entwicklung: Das Vorsorgekapital wurde im Schnitt mit 4,3 Prozent verzinst. Das ist der zweithöchste Wert der vergangenen 25 Jahre und liegt klar über dem vom Bundesrat festgelegten BVG-Mindestzins von 1,25 Prozent.

Complementa verzinsung s

Grafik: Complementa

Der Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtungen verbesserte sich ebenfalls deutlich und lag per Ende 2025 bei 114,5 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Pensionskassen in Unterdeckung auf 1,9 Prozent – ein historisch tiefer Wert seit Beginn der Datenerhebung.

Complementa deckungsgrad s

Grafik: Complementa

78 Milliarden vom «dritten Beitragszahler»

Der Anlageertrag – oft als «dritter Beitragszahler» bezeichnet – belief sich 2025 auf rund 78 Milliarden Franken. Damit übertraf er die kombinierten Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern aus dem Vorjahr, die sich auf etwa 67 Milliarden Franken summierten. Selbst bei einer durchschnittlichen Rendite von 3,5 Prozent generieren die Pensionskassen damit jährlich rund 42 Milliarden Franken zusätzlich.

Die gute Performance sei vor dem Hintergrund eines herausfordernden Umfelds bemerkenswert, schreiben die Experten. Zu dem Unsicherheiten zählten unter anderem der Ukraine-Krieg, der Angriff der USA und Israels auf den Iran, neue US-Zölle, eine Abwertung des Dollars sowie steigende Inflation und Staatsverschuldung weltweit.

Aktien bleiben wichtigste Anlageklasse

Bei der Anlagestruktur setzte sich ein bestehender Trend fort: Aktien bauten ihre Stellung als wichtigste Anlageklasse weiter aus und machten Ende 2025 rund 33,9 Prozent des Gesamtvermögens aus. Festverzinsliche Anlagen hingegen verloren an Bedeutung und erreichten mit 29,2 Prozent einen historischen Tiefstand.

Immobilien blieben mit einem Anteil von 22,5 Prozent stabil, während alternative Anlagen wie Infrastruktur und Private Equity auf 9,9 Prozent zulegten. Rund vier von fünf Pensionskassen investieren inzwischen in diese Anlageklasse.

Knapp die Hälfte des Vermögens ist im Ausland angelegt. Dabei sichern die Kassen im Durchschnitt etwa zwei Drittel der Währungsrisiken ab.

complementa vermögensmix s

Grafik: Complementa

Stabilität bei Umwandlungssätzen

Der durchschnittliche Umwandlungssatz liegt aktuell bei 5,19 Prozent und ist damit leicht rückläufig. In den kommenden Jahren wird jedoch nur noch mit geringfügigen Anpassungen gerechnet. Der technische Zinssatz verharrte Ende 2025 bei durchschnittlich 1,72 Prozent.

Solider Start ins Jahr 2026 trotz geopolitischer Risiken

Auch das laufende Jahr hat für die Pensionskassen bislang positiv begonnen. Bis Ende April 2026 erzielten sie eine Rendite von 1,9 Prozent, wodurch der Deckungsgrad auf 115,9 Prozent anstieg.

Allerdings sorgten der Iran-Krieg und die zeitweise Sperrung der Strasse von Hormus für erhöhte Unsicherheit an den Finanzmärkten. Schwankende Ölpreise, volatile Aktienmärkte und steigende Inflationserwartungen belasten die Aussichten.

Trotz dieser Herausforderungen werden die Schweizer Pensionskassen als gut vorbereitet gesehen. Gestärkte Reserven und krisenresistente Anlagestrategien sollen helfen, auch in einem volatilen Umfeld stabile Ergebnisse zu erzielen.