Die Ziele des neuen Raiffeisen-Chefs
Der frühere LLB-Chef präsentierte die «erfreulichen» Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 im Circle. Im Flughafen betreut die Raiffeisen-Gruppe auch die grösseren Firmenkunden, während die klassischen KMU-Kredite dezentral vergeben werden, wie Gabriel Brenna auf eine Journalistenfrage antwortete. Man sei im Firmenkundengeschäft überproportional gewachsen, auch stärker als im Geschäft mit den Privatkunden, erläuterte der neue CEO.
«Rund ein Drittel aller KMUs in der Schweiz sind schon Raiffeisen-Kunden, das Firmengeschäft bringt rund 20 Prozent der Geschäftserträge, und hier sehen wir noch viel Potenzial», sagte der Ingenieur und frühere McKinsey-Berater.
Viele neue Depots
Erfreulich sei auch die Entwicklung beim Neugeld. Die Kundeneinlagen stiegen um 5 Prozent auf total 226 Milliarden Franken, das Wachstum sei regional breit abgestützt. Der Neugeldzufluss in die Depots gehe zu grossen Teilen in Vermögensverwaltungsmandate. Mittlerweile seien mehr als ein Viertel des gesamten Anlagevolumens in einem Mandat. Mit Fondssparplänen etc. hat Raiffeisen laut CFO Christian Poerschke im vergangenen Jahr 56'000 neue Depots eröffnet.
«Fast jede zweite Privatperson hat eine Geschäftsbeziehung mit uns, bei den Anlagen ist der Anteil deutlich tiefer, und entsprechend sehen wir auch hier gute Chancen», erläutert Brenna.
Immer mehr Saron-Hypotheken
Im wichtigen Hypothekengeschäft sei der Marktanteil nochmals leicht auf 18,4 Prozent gestiegen, hiess es bei der Zahlenpräsentation. Angesichts der tiefen Zinsen geht der Trend weiter in Richtung Saron-Hypotheken. Im Jahresvergleich stieg der Anteil an Saron-Hypotheken von 23 auf 28 Prozent.
Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft sank um gut 7 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken, im Rekordjahr 2023 waren es noch 3,0 Milliarden Franken gewesen. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 1,0 Milliarden Franken. Das ist knapp 10 Prozent weniger als im Vorjahr, laut Finanzchef Poerschke aber immer noch das viertbeste Ergebnis in der 125-jährigen Geschichte. «Angesichts der schwierigen Situation mit den Null-Zinsen ist dies sicher ein gutes Ergebnis», kommentierte Brenna den Abschluss.
250 zusätzliche Stellen
Gleichzeitig ist die Cost-Income-Ratio in den vergangenen zwei Jahren von 51,9 auf 59,4 Prozent angestiegen. Diese Kennzahl müsse wieder sinken, sagte Brenna auf eine entsprechende Frage. Dies soll vor allem über höhere Erträge geschehen.
Unter anderem hat Raiffeisen im vergangenen Jahr 252 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen. «Nicht in der Zentrale in St. Gallen, sondern vor Ort», wie Brenna betonte. «Die Ausgangslage ist ausgezeichnet, nun müssen wir das Potenzial vor allem im Anlagegeschäft nutzen», ergänzt der neue Firmenchef.
Verlust mit Leonteq
Wenig Freude hatte Raiffeisen dagegen mit seiner Beteiligung an Leonteq. «Wir hatten an der GV eine Sonderdividende verlangt und sind auch damit nicht durchgekommen», erläuterte CFO Poerschke. Nach dem Ende des Aktionärsbindungsvertrages habe man reagiert und in «kurzen Verhandlungen» das Paket massiv reduziert.
Die Genossenschaftsbank hatte Anfang Monat bekanntgegeben, dass sie einen Anteil von 22,7 Prozent an eine Gesellschaft des Investors Rainer-Marc Frey verkauft. Raiffeisen hält nun noch einen Anteil von 7,0 Prozent an Leonteq. Daraus resultierte ein Abschreiber von 41,2 Millionen Franken. Die Aktien des Derivatespezialisten würden nun zu Marktpreisen bewertet. «Damit könnte es auch 2026 noch zu Abschreibungen kommen, der Einfluss auf das Ergebnis dürfte aber marginal sein», erläuterte der Finanzchef.
Gesucht: Verwaltungsratspräsident
Im laufenden Jahr startet für die zweitgrösste Bankengruppe auch eine «neue Strategieperiode». Für Verwaltungsratspräsident Thomas A. Müller sei dies «der richtige Zeitpunkt, das Amt in neue Hände zu übergeben», meldete die Bank im vergangenen September. Ein Nachfolger soll bis zur Generalversammlung im Juni präsentiert werden.
Parallel dazu läuft laut Brenna «die gemeinsame Suche nach der passenden Strategie». Hier müssten die Eckpunkte bis Sommer definiert sein, damit sich der Verwaltungsrat direkt mit den Vorschlägen auseinandersetzen könne, erläuterte Brenna.















