Neue Bank erzielt Rekord-Neugeld

Die Neue Bank in Vaduz blickt auf ein aussergewöhnlich starkes Jahr 2025 zurück. Besonders auffällig ist der Rekord beim Netto-Neugeld: Mit 735 Millionen Franken erzielte das Institut den höchsten Zufluss seit Einführung dieser Kennzahl. Das entspricht einem organischen Wachstum von rund 11 Prozent.

Die betreuten Kundenvermögen stiegen damit um 14,6 Prozent auf 7,6 Milliarden Franken und überschritten erstmals die Marke von 7 Milliarden Franken. Gleichzeitig nahm die Bilanzsumme um 5,9 Prozent auf 1,45 Milliarden Franken zu.

Operatives Ergebnis deutlich verbessert

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung beim operativen Resultat. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit stieg von 2,1 Millionen auf 7,2 Millionen Franken – ein Plus von rund 239 Prozent.

Der ausgewiesene Jahresgewinn blieb mit 6,6 Millionen Franken praktisch stabil auf dem Niveau des Vorjahres (6,7 Millionen Franken). Allerdings hatte 2024 eine Auflösung von Reserven den Gewinn mit 4,6 Millionen Franken zusätzlich gestützt.

Gesunkener Zinserfolg

Zwar sank der Zinserfolg um 13,5 Prozent auf 10,3 Millionen Franken. Gleichzeitig profitierte die Bank jedoch von einem deutlich stärkeren Handelsgeschäft: Der Erfolg aus Finanzgeschäften legte um 21,5 Prozent auf 7,9 Millionen Franken zu.

Noch im ersten Halbjahr hatte sich ein gemischtes Bild gezeigt, wie finews seinerzeit berichtete: Während die Erträge leicht zulegten, drückten steigende Kosten auf den Gewinn. Der nun vorgelegte Jahresabschluss zeigt jedoch, dass sich das Geschäft im zweiten Semester deutlich dynamischer entwickelte.

Strategische Handschrift der Führung

Die Entwicklung trägt klar die Handschrift der Führungsspitze. Roman Pfranger, CEO seit Anfang 2025, treibt eine Wachstumsstrategie voran, die auf organische Expansion in den Bereichen Private Banking, Intermediäre und Fondsanbieter setzt.

Verwaltungsratspräsident Hansruedi Köng, der frühere Postfinance-Chef, hat diesen Kurs strategisch mitgeprägt. Gemeinsam verfolgen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung eine Strategie, die Wachstum bewusst mit Kapitalstärke und Risikodisziplin verbindet.

Die Kapitalbasis der Bank bleibt entsprechend sehr solide: Die Tier-1-Quote liegt bei 27,5 Prozent und damit deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Diese strategische Ausrichtung schärfte die Bank erst im vergangenen Dezember weiter nach, als sie ihre Führungsstruktur ausbaute (finews.ch berichtete).

Wachstum kostet

Das Wachstum hat allerdings auch seinen Preis. Der Geschäftsaufwand stieg um 10,2 Prozent auf 26,9 Millionen Franken. Vor allem der Personalaufwand nahm deutlich zu und legte um 13,6 Prozent zu – ein Spiegel der gezielten Investitionen in zusätzliche Mitarbeitende und Infrastruktur.

Die Cost-Income-Ratio erhöhte sich damit von 68,7 auf 76,4 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Personalbestand von 83 auf 93 Vollzeitstellen. 

Für die Führung der Bank ist diese Entwicklung jedoch Teil einer bewusst gewählten Strategie. Laut Verwaltungsratspräsident Köng sollen «Investitionen in Personal, Systeme und Prozesse» die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen. «Wir wachsen nicht um jeden Preis, sondern dort, wo Risiko, Ertrag und Kapital im Gleichgewicht bleiben.»

2030 im Blick

CEO Pfranger ergänzt: «Wir wachsen so stark wie nie, halten den Gewinn in einem schwierigen Zinsumfeld nahezu stabil und stärken zugleich unsere Kapitalbasis. Diese Kombination aus Wachstumsdynamik, Ertragskraft und Stabilität ist der Weg, auf dem wir die Neue Bank bis 2030 weiterentwickeln wollen.»

Im Jahr 2025 hat die strategische Neuausrichtung der Bank erstmals sichtbar PS auf die Strasse gebracht. Rekord-Neugeld, stark steigende Kundenvermögen und ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis zeigen, dass die Investitionen ihre Wirkung entfalten.

Der nächste Prüfstein wird sein, ob sich das kräftige Neugeldwachstum und die gestiegenen Kosten mittelfristig wieder in eine effizientere Kostenstruktur übersetzen lassen.