Digital Economy Award: Wer das Rennen machte

Von weit her, von Chur, waren sie angereist. Doch in die Länge zogen sich die letzten Meter hinauf zur Bühne; ganz hinten hatten sie sich hingesetzt. Oder waren sie etwa selbst so erstaunt, als ihr Unternehmen als Gewinnerin des Digital Economy Award bekanntgegeben wurde, dass sie sich zuerst wieder fassen mussten? Auf jeden Fall standen die Vertreter von Into Technologies, das auf IT-Infrastrukturen und Cloud-Lösungen spezialisiert ist, nach einer Pause doch noch auf der Bühne und strahlten. 

Die Digital Economy Awards sind die Oscars der IT-Branche: die prestigeträchtigste Auszeichnung. Mit ihnen wird heimische Innovation und ausserordentliches Engagement ausgezeichnet. 

(Bilder: zVg)

Am Donnerstagabend wurden an der grossen Galanacht im Zürcher Hallenstadion die diesjährigen Sieger erkoren. 

Ausgezeichnetes Engagement 

Würde man die Anzahl Preise als Massstab für die Wettbewerbs- bzw. Innovationsfähigkeit der Schweizer Finanzbranche nehmen, so hätte dies heuer kein erfreuliches Bild abgegeben. Banken, Versicherer, Asset Manager und Vermögensverwalter gingen allesamt leer aus. Lediglich die Suva schaffte es mit ihrem Ausbildungsprogramm bis in Final, ging dann aber ohne Auszeichnung nach Hause. Im letzten Jahr war noch die UBS mit ihrem Engagement für den IT-Nachwuchs zu Ehren gekommen. 

Technische Exzellenz entscheidet sich nicht am Kurzfristerfolg, das ist eine Daueraufgabe. Beharrlichkeit zahlt sich aus. Alina Matyukhina, Head of Cybersecurity bei Siemens in Zug ist das beste Beispiel dafür. Seit Jahren hat sie sich mit ihrem Engagement in der Cybersicherheit hervorgetan. Sie mache die Schweiz nicht nur sicherer, wurde in der Laudatio betont, sondern mit ihrer Art cooler. 

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Alina Matyukhina, Head of Cybersecurity bei Siemens. (Bild: Dominik Buholzer)

Am Donnerstagabend wurde sie im grossen Rund des Hallenstadions gefeiert. Sie machte in der Kategorie «The Pascal» das Rennen, bei der Einzelpersonen für ihr ausserordentliches Engagement geehrt wurden. Alina Matyukinahat noch grosse Pläne. Sie will die Schweiz zu einem Zentrum für Cybersicherheit machen. 

Dies würde sicherlich auch bei Banken und Versicherern auf Zustimmung bzw. Unterstützung stossen, zählen doch Sicherheit und Vertrauen zu den wichtigsten Parametern in der Finanzindustrie. 

Chance grösser als Risiken

Vertrauen zu schaffen gilt es laut Bundesrat Albert Rösti, der dem Anlass seine Aufwartung machte, auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Skepsis bzw. Ablehnung gegenüber KI sei gross, dies stelle er immer wieder fest, sagte er. Dass es auch bei dieser Technologie eine Kehrseite der Medaille gibt, will er nicht leugnen, aber der Magistrat ist sich sicher: «Die Chancen von KI sind weitaus grösser als die Risiken», sagt er. Überzeugungsarbeit ist also gefragt.

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Bundesrat Albert Rösti bei seiner Ansprache am Digital Economy Award am Donnerstag. (Bild: Dominik Buholzer) 

Die Liste der diesjährigen Gewinner:  

ICT Education und Training: 

  • 1-20 ICT Mitarbeitende: Into Technologies, Chur
  • 21-100 ICT Mitarbeitende: Leuchter IT Solutions, Luzern 
  • Mehr als 100 ICT Mitarbeitende: Bühler, Uzwil

Digital Exzellenz Commercial: ISS Schweiz mit Akenza

Digital Exzellenz GOV/NPO: Amt für Wirtschaft Kanton Zürich 

Nextgen Hero Female: Nathalia Kern

Nextgen Hero Male: Simon Weigold

Next Global Hot Thing: Mimic Robotic 

The Pascal: Alina Matyuhina