Federal Reserve dürfte Trump keine Freude bereiten
Die Mehrheit der Volkswirte rechnet an der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses in dieser Woche mit einer Beibehaltung des Zinsniveaus in den USA bei 3,5 bis 3,75 Prozent.
Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve damit ihren Zinssenkungszyklus bis auf Weiteres beenden wird. Dabei wird vor allem auf die Stabilisierung am Arbeitsmarkt verwiesen. Auch aus den Äusserungen von FOMC-Mitgliedern und aus dem Umfeld des Fed-Chefs Jerome Powell (Bild unten) habe sich der Eindruck ergeben, dass die Zinsen nach drei aufeinanderfolgenden Senkungen nun auf dem richtigen Niveau gesehen werden, um einerseits die Beschäftigung zu stützen und gleichzeitig den Abwärtsdruck auf die Inflation aufrechtzuerhalten, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtet.

(Bild: Federal Reserve)
«Sie (die Zinsen) liegen nun im Wesentlichen im Bereich der neutralen Schätzungen», wird Vanguard-Ökonom Josh Hirt zitiert. «Das führt zu mehr Vorsicht und weniger Dringlichkeit.»
Die Marktteilnehmer werden bei der Entscheidung in dieser Woche damit vor allem darauf achten, wie der weitere Pfad der US-Leitzinsen aussehen könnte. Im Dezember hatten zudem die deutlich unterschiedlichen Meinungen im Entscheidungsgremium zu reden gegeben. Drei abweichende Voten gelten bei einer Fed-Entscheidung als viel. Laut Einschätzung der Beobachter dürfte sich das an der Januar-Sitzung jedoch nicht wiederholen.
Trump findet Zinsen viel zu hoch
Die Zinssitzung könnte damit den Dauerzwist zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell einmal mehr anheizen, den er noch an seiner Rede in Davos einmal mehr als «Too-late-Powell» titulierte.
Und auch die Nachfolge für den obersten Fed-Posten könnte diese Woche aufs Tapet kommen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Trump noch vor der Zinsentscheidung seinen bevorzugten Kandidaten benennen wird. Entsprechende Äusserungen hatte US-Finanzminister Scott Bessent jüngst in einem Interview gemacht.
Zum Kreis der Trump-Favoriten werden der frühere Fed-Direktor Kevin Warsh und der Wirtschaftsberater Trumps, Kevin Hassett, gezählt. Auch die Namen von Fed-Direktor Christopher Waller und von Blackrock-Manager Rick Rieder werden genannt.
Inflation laut Trump überwunden
Trump hatte sich auch schon mehrfach zu seinen Erwartungen an einen neuen Fed-Chef geäussert. Dieser müsse seinen Vorstellungen folgen und die Zinsen senken, wenn es dem Markt gutgeht. Die Inflation, die laut Trump ohnehin überwunden ist, werde sich schon von selbst regeln.
Die Frage der Notenbank-Unabhängigkeit bewegt die Märkte nun schon länger und wird auch als einer der Belastungsfaktoren für den Dollar gesehen. Powell wird im Mai turnusmässig seinen Posten als Vorsitzender räumen. Doch bleibt offen, ob er dann seinen Sitz als Fed-Gouverneur behalten wird. Sollte er dies tun, könnten der damit der von Trump angestrebten Neubesetzung des Gremiums Steine in den Weg legen.
Unabhängigkeit der Notenbank
In der vergangenen Woche hatte in diesem Zusammenhang auch die Anhörung vor dem Supreme Court im Fall der von Trump entlassenen (aber weiterhin amtierenden) Fed-Gouverneurin Lisa Cook für Aufmerksamkeit gesorgt. Rechtsexperten rechnen damit, dass das Oberste Gericht den Fall eher wieder an die tiefere Instanz zurückverweisen wird, statt ein Grundsatzurteil darüber zu fällen, wann und mit welchen Gründen, ein Präsident befugt ist, hier Entlassungen vorzunehmen.
Auch die Ermittlungen gegen Powell Anfang Januar wegen der Renovierungskosten des Fed-Hauptsitzes werden als ein kaum verschleierter Versuch wahrgenommen, die Fed und ihre Unabhängigkeit anzugreifen. Powell selbst hatte dies in einem Statement unmissverständlich deutlich gemacht.















