Colm Kelleher: «Bald könnten wichtige Entscheidungen unvermeidlich werden»

UBS-VR-Präsident Colm Kelleher hat in seiner Rede vor den Aktionärinnen und Aktionären der Grossbank am Mittwoch in Basel einmal mehr die Bedeutung der geplanten Verschärfung der Bankenregulierung in der Schweiz betont; die vollständige Rede gibt es hier. 

«Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, sowohl für UBS als auch für die Schweiz», sagte er. «Die aktuelle Regulierungsdebatte in unserem Land wird nicht nur die Zukunft unseres Unternehmens prägen, sondern auch die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz.»

CS-Übernahme kein Selbstzweck

Dabei erinnerte er daran, dass die UBS mit der Übernahme einen entscheidenden Beitrag geleistet habe. Die CS-Übernahme sei nie ein Selbstzweck gewesen. «Sie verfolgte ein übergeordnetes Ziel – die Sicherung der Finanzstabilität und den Erhalt des Vertrauens in das Schweizer sowie das globale Finanzsystem.»

«Wir sind ebenso ein fester Bestandteil der Schweiz, wie die Schweiz ein Teil von uns ist.»

Der Chairman verwies auf die enge Verflechtung der UBS mit der Schweizer Volkswirtschaft und die Bedeutung der Bank als grösster Kreditgeber des Landes für Haushalte und Unternehmen. Zudem engagiere man sich mit einem substanziellen Beitrag für Kultur, Bildung und Sport. «Wir sind ebenso ein fester Bestandteil der Schweiz, wie die Schweiz ein Teil von uns ist.»

Dann richtet er sich gegen die geplante verschärfte Regulierung und wiederholt die bereits zuvor vertretenen Positionen. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen zusätzlichen Kapitalanforderungen würden die UBS zu einem internationalen Sonderfall machen und ihre Wettbewerbsfähigkeit spürbar schwächen.

Auch dem Argument, die UBS sei zu gross für die Schweiz, tritt er entgegen. «Seit der globalen Finanzkrise 2008 hat die Bank ihre Bilanz erheblich verkleinert.» Die kombinierte Bilanzsumme von UBS und Credit Suisse sei um mehr als zwei Drittel gesunken. Demgegenüber habe sich die Kapitalausstattung der UBS verdreifacht.

Grösse der UBS ist angemessen

«Bankbilanzen sind Spiegelbilder der Volkswirtschaften, denen sie dienen.» Mit einer Bilanzsumme von rund 400 Milliarden Franken des BIP reflektiert das Schweizer Bankensystem die Grösse, die Leistungsfähigkeit und die internationale Ausrichtung der Schweizer Wirtschaft. «Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Grösse von UBS angemessen», betont der Verwaltungsratspräsident.

Es gehöre zur treuhänderische Plicht des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung gegen die geplante für die UBS nachteilige Regulierung zu lobbyieren.

Man habe zudem die Pflicht geeignete Optionen sorgfältig zu prüfen. «Vor diesem Hintergrund und angesichts des wachsenden Drucks der Märkte und von vielen von Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, könnten wichtige geschäftliche Entscheidungen bald unausweichlich werden.»

«Lassen Sie mich unmissverständlich festhalten: Wir wollen unseren Hauptsitz in der Schweiz behalten», sagte Kelleher. «Wir haben stets eine konstruktive Lösung gesucht und tun dies auch weiterhin.»

«Wir befinden uns in der Schlussphase, der ‘letzten Meile’ der Integration der Credit Suisse.»

Kelleher sieht die CS-Übernahme als Erfolg. «Wir befinden uns in der Schlussphase, der ‘letzten Meile’ der Integration der Credit Suisse.»

CEO Sergio Ermotti werde die Übernahme bis zum Abschluss begleiten, betonte er.

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