Struki-Verband versprüht zum Jubiläum Zuversicht
Vor 20 Jahren, im April 2006, hatten sich mehrere im Markt für strukturierte Produkte aktive Emittenten zusammengefunden und den Schweizerischen Verband für strukturierte Produkte (SVSP) gegründet. Die Väter hiessen damals ABN Amro, Credit Suisse, UBS, Bank Vontobel sowie Zürcher Kantonalbank und repräsentierten etwa drei Viertel des Marktes.
Am Donnerstagabend hat die Struki-Community dieses Jubiläum auf Einladung ihrer Vereinigung – die heute unter Swiss Structured Products Association (SSPA) firmiert – gefeiert. Die Gästeschar im Lux, dem Restaurant des Zürcher Kongresshauses, war gross, die Stimmung aufgeräumt, und auch die grosse Terrasse mit Blick auf den See und die Alpen konnte dank Wetterglück genutzt werden.
Zum Wohle des Marktes zusammengerauft
SSPA-Präsident Georg von Wattenwyl (Bank Vontobel und ein Urgestein der Szene) erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die SSPA schon lange keine Organisation mehr ist, in der nur die emittierenden Banken mitmachen, sondern Akteure aus dem ganzen Ökosystem zu ihren Mitgliedern zählt. Und er schilderte, wie sich vor 20 Jahren die Gründer, die am Tag gegeneinander erbittert um Marktanteile kämpften, am Abend zusammenrauften, zum Wohle der ganzen Branche, etwa im Bereich der Standardisierung, Transparenz und Ausbildung. Zudem versprühte er Optimismus, in dem er sich davon überzeugt zeigte, dass die besten Zeiten für die Industrie erst noch kämen – was natürlich zum Anlass passte.
Ein grosses Verdienst der SSPA ist die Kategorisierung der strukturierten Produkte in der Swiss Derivative Map und die Vereinheitlichung der Bezeichnungen. Vor 20 Jahren wählten die Emittenten für identische Auszahlungsstrukturen eigene Bezeichnungen, was aus Marketingüberlegungen nachvollziehbar war und zuweilen auch von sprachlicher Kreativität zeugte, aber den «Struki-Dschungel» für die Anleger nicht übersichtlicher machte.
Sprachliche Kreativität und Einkommensquelle für Investor
An die Anfänge der strukturierten Produkte mit Kürzeln wie Groi oder Grips in den 1990er-Jahre erinnerte auch Zeno Staub, Verwaltungsrat von Vontobel und Präsident des Universitätsrats der HSG. Strukturierte Produkte stellten für Anleger, insbesondere solche, die im traditionell tief verzinsten Franken rechnen müssten, eine wertvolle Ertragsquelle dar.
Staub gab sich ebenfalls zuversichtlich: Mit dem technologischen Fortschritt (selbstverständlich fiel auch das Stichwort künstliche Intelligenz) könne die Branche noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingehen. Bisher seien die Banken eher darin gut gewesen, aus Effizienzüberlegungen Kunden in Kategorien zu standardisieren, räumte der ehemalige Vontobel-CEO in einem Anflug von Selbstkritik an.
Ein Thema auf der Bühne, auf der auch andere wichtige Branchengrössen auftraten (bzw. zugeschaltet wurden), war ausserdem der Umstand, dass die SSPA nicht, wie andere Branchenorganisationen, aus der Not einer Krise heraus geboren worden war. Tatsächlich erfolgte die Lancierung 2006 aus einer Position der Stärke – das Geschäft mit strukturierten Produkten blühte, und der Markt wuchs rasant.
Das Glück der frühen Geburt
In einem solchen Umfeld fiel es leichter, das gemeinsame Interesse und Ziele zu definieren, als wenn der Verband erst nach einem Unfall quasi zur Schadenbegrenzung ins Leben gerufen worden wäre. Zudem konnte so auch Vertrauen unter den Akteuren aufgebaut werden.
Das zahlte sich bei der Bewältigung des für die Branche ziemlich traumatischen Zusammenbruchs von Lehman Brothers (eines damals nicht unbedeutenden Struki-Emittenten) im Zuge der Finanzkrise 2008 aus. Der Verband hatte so auch Zeit, seine Strukturen aufzubauen und festigen. Dass es damals nach der Gründung einige Monate brauchte, bis die SVSP-Website lief, erinnert ebenfalls daran, wie sehr sich die Welt seither verändert hat. Immerhin ging die Geschäftsstelle schon vorher in Betrieb.















