Leonteq fasst wieder Tritt

Nach einem verkachelten Jahr 2025 scheint Leonteq wieder Tritt fassen zu können. Gemäss dem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresabschluss hat der Derivatspezialist in den ersten sechs Monaten 2026 einen Konzerngewinn von 12,7 Millionen Franken erwirtschaftet, ein Plus von 9,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. 2025 hatte Leonteq einen Jahresverlust von 22 Millionen Franken eingefahren.

Der Betriebsertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie dem Handel lag mit 111,6 Millionen Franken 10 Prozent unter der Vergleichsperiode, im zweiten Semester 2025 war er allerdings auf 48 Millionen geschrumpft. Der Roll-out der neuen Generation von aktiv verwalteten Zertifikaten (Actively Managed Certificates, AMC) habe zu einem Neugeldwachstum von 9 Prozent geführt, vermerkt Leonteq.

Starke Stellung im Heimmarkt

In der Schweiz bezeichnet sich Leonteq zusammen mit ihren Plattformpartnern als die führende Emittentin von an der SIX kotierten Renditeoptimierungsprodukten (Marktanteil von 34 Prozent). Im Gesamtmarkt der kotierten strukturierten Produkte liegt Leonteq mit 14 Prozent auf Platz drei. Diese starke Stellung spiegelt sich im Kommissions- und Dienstleistungsertrag, der im Heimmarkt 43,5 Millionen Franken betrug, ein Anstieg von 4 Prozent zum Vorjahr.

Ein aus Sicht der Aktionäre erfreuliches Minus resultiert beim Geschäftsaufwand. Er sank dank dem vor einem Jahr eingeleiteten Kostensparprogramm um 10 Prozent auf 99,2 Millionen Franken.

Ausblick bestätigt

Im Ausblick bestätigt die Geschäftsleitung ihre Guidance für das Gesamtjahr und bekräftigt ihre Absicht, 2027 einen Aktienrückkauf zu lancieren, unter der Voraussetzung, dass die Kernkapitalquote (CET-1) über 15 Prozent (aktuell 16,5 Prozent). Der Verwaltungsrat werde dann eine Gesamtausschüttung an die Aktionäre im Umfang des Konzerngewinns für das Jahr 2026 in Betracht ziehen, heisst es wohl mit Blick auf die teilweise etwas gespannte Beziehung zu den Eigentümern. Zudem wird im Ausblick betont, dass man nach dem Abschluss aller hängigen regulatorischen Verfahren «Klarheit und Sicherheit für die geschäftlichen Prioritäten gewonnen» habe.

Christian Spieler, CEO von Leonteq, kommentiert: «Unsere Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 belegen die Fortschritte, die Leonteq auf mehreren Ebenen gemacht hat: Wir haben zweistellige Wachstumsraten beim Transaktionsvolumen und bei den Kommissions- und Dienstleistungserträgen erzielt, unsere Kostenbasis deutlich gesenkt und unsere starke Kapitalposition beibehalten. Die rasche Rückkehr in die Gewinnzone widerspiegelt die erfolgreiche Umsetzung der Massnahmen und Initiativen, die wir ergriffen haben.»