Sternenregen im Wandel der Zeit: H. Moser & Cie. mit neuem Top-Modell

Wer eine Minutenrepetition besitzt, hört sie, sieht sie aber selten: Hämmer und Tonfedern liegen üblicherweise verborgen auf der Rückseite des Werks. H. Moser & Cie. aus Neuhausen am Rheinfall dreht das Prinzip um: Bei der neuen Ausführung des Spitzenmodells arbeitet das Schlagwerk gut sichtbar auf der Zifferblattseite.

Dafür musste die Architektur des Kalibers komplett neu gedacht werden, wie die Manufaktur schreibt. Das Handaufzugswerk HMC 909 ist vollständig skelettiert, alle 415 Bauteile liegen offen. Dazu kommt ein fliegendes Minutentourbillon bei 6 Uhr.

Ein Nachthimmel bei 2 Uhr

Namensgebend ist ein Detail: Bei 2 Uhr sitzt ein gewölbtes Hilfszifferblatt aus Aventuringlas, in dem feinste Kupferkristalle schimmern. Von Hand eingelegte Perlmuttstreifen ziehen sich durch die dunkle Fläche wie ein Sternenregen am Nachthimmel. Daher der Beiname «Cosmic Rain».

Eine Rarität ist auch die Spirale des Tourbillons: Ihre zylindrische Bauform stammt von den Marinechronometern des 18. Jahrhunderts und wird heute nur noch selten beherrscht. Gefertigt wird sie von der Schwesterfirma Precision Engineering.

Titan als Klangkörper

Das 40-Millimeter-Gehäuse besteht aus Titan, was dem Klang des Schlagwerks zugutekommt. Die Gangreserve beträgt 90 Stunden, getragen wird die Uhr an einem grauen Alligatorband. Die Auflage ist auf 20 Exemplare limitiert.

Einen Preis nennt Moser nicht. Zur Einordnung: Das im Frühjahr lancierte Basismodell ohne Aventurin-Dekor kostet gemäss Fachmedien 330'000 Franken (exklusive Mehrwertsteuer).

Kleine Manufaktur, grosse Reputation

Die 1828 von Heinrich Moser (1805-1874) gegründete Marke beschäftigt heute 120 Mitarbeitende und fertigt rund 4'000 Uhren pro Jahr.

In der Nische der unabhängigen Haute Horlogerie spielt sie damit weit vorne mit: Am Grand Prix d'Horlogerie de Genève 2024 holte Moser mit der «Streamliner Small Seconds Blue Enamel» den Preis in der Kategorie «Time Only» (finews berichtete).