Nationalbank erzielt im ersten Halbjahr 25 Milliarden Franken Gewinn und warnt

Sechs Monate, 25 Milliarden Franken Gewinn: Die Schweizerische Nationalbank hat dank ihrer Fremdwährungsanlagen einen markanten Ergebnissprung geschafft. Belastet wurde das Resultat vom tieferen Goldpreis. Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten Zwischenbericht hervor. 

Den grössten Beitrag zum Ergebnis leisteten die Fremdwährungspositionen. Hier erwirtschaftete die SNB einen Gewinn von 31,7 Milliarden Franken. Ausschlaggebend waren insbesondere Kursgewinne auf Beteiligungspapieren und -instrumenten in Höhe von 22,9 Milliarden Franken sowie positive Wechselkurseffekte von 2,5 Milliarden Franken. Hinzu kamen Zins- und Dividendenerträge von insgesamt 8,4 Milliarden Franken.

Gold belastet Ergebnis

Aufgrund des tieferen Goldpreises resultierte auf den unveränderten Beständen ein Bewertungsverlust von 6,4 Milliarden Franken. Der Goldpreis sank im ersten Halbjahr von 110’919 Franken auf 104’812 Franken pro Kilogramm.

Auf den Frankenpositionen erzielte die Nationalbank einen Gewinn von 81,8 Millionen Franken (+0,1 Milliarden Franken). Dieser resultierte vor allem aus der Verzinsung von Sichtguthaben sowie aus liquiditätsabschöpfenden geldpolitischen Operationen.

Deutliche Verbesserung gegenüber Vorjahr

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 fällt die Verbesserung markant aus. Damals hatte die SNB noch einen Verlust von 15,3 Milliarden Franken ausgewiesen. Die Erholung ist vor allem auf die deutlich bessere Entwicklung der Fremdwährungsanlagen zurückzuführen. Während im Vorjahr hohe Wechselkursverluste das Ergebnis belasteten, profitierte die Nationalbank in den ersten sechs Monaten 2026 von steigenden Aktienmärkten und günstigeren Währungseffekten.

Die Bilanzsumme der Nationalbank erhöhte sich per Ende Juni auf 913,6 Milliarden Franken nach 893,9 Milliarden Franken Ende 2025. Die Devisenanlagen stiegen dabei auf 786,1 Milliarden Franken.

Keine Prognose für das Gesamtjahr

Die SNB weist darauf hin, dass ihr Ergebnis stark von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängt. Entsprechend seien starke Schwankungen die Regel, und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

Ob Bund und Kantone auch künftig mit hohen Ausschüttungen rechnen können, bleibt damit offen. Die für die Ausschüttungen massgebende Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven wird wie üblich erst am Jahresende festgelegt.