Intershop: Neubewertungen drücken Gewinn

Der Liegenschaftsertrag sank gemäss Mitteilung vom Mittwoch in den ersten sechs Monaten um 3,1 Prozent auf 42,9 Millionen Franken. Grund dafür waren vor allem Immobilienverkäufe. 

Höhere Gewinne aus Immobilienverkäufen konnten den Rückgang mehr als ausgleichen. Der Verkaufserfolg stieg von 2,6 Millionen auf 5,1 Millionen Franken. Insgesamt erhöhte sich der Betriebsertrag um 1,7 Prozent auf 49,4 Millionen Franken.

Gleichzeitig sank der Betriebsaufwand leicht von 12,6 Millionen auf 12,4 Millionen Franken. Die operative Effizienz verbesserte sich entsprechend: Die EBIT-Marge vor Bewertungsveränderungen stieg von 74,1 auf 74,9 Prozent.

Deutlich weniger Reingewinn

Der Reingewinn ohne Bewertungsveränderungen erhöhte sich um 18 Prozent auf 33,8 Millionen Franken. Neben dem höheren Betriebsertrag und den tieferen Kosten halfen dabei einmalige positive Steuereffekte von 4,5 Millionen Franken.

Unter Einbezug der Neubewertungen fiel der Gewinn dagegen deutlich: Der Reingewinn sank auf 67,5 Millionen Franken, nach 175,9 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2025. Hauptgrund dafür waren wesentlich geringere Aufwertungen. Die Bewertungsgewinne beliefen sich auf 47,7 Millionen Franken, nachdem sie im Vorjahr noch 200,2 Millionen Franken erreicht hatten.

Portfolio wächst auf fast 2 Milliarden Franken

Das Immobilienportfolio vergrösserte sich seit Jahresbeginn von 1,75 Milliarden auf 1,92 Milliarden Franken. Dazu trugen neben den Aufwertungen Investitionen von 9,4 Millionen Franken insbesondere der Nettoeffekt aus Transaktionen von 110,6 Millionen Franken bei.

Ende Februar kaufte Intershop das Gewerbe- und Industrieareal «The Valley und MOTORWORLD Manufaktur Region Zürich» in Kemptthal. Die Liegenschaft erwirtschaftete per Ende Juni eine Ist-Miete von 6,5 Millionen Franken und verfügt über ein Entwicklungspotenzial von rund 42'600 Quadratmetern. Gleichzeitig verkaufte Intershop zwei Anlageimmobilien für insgesamt 34 Millionen Franken.

Die Leerstandsquote sank dank Vermietungserfolgen von 6,9 Prozent Ende 2025 auf 6,5 Prozent per Ende Juni.

Weitere Zukäufe nach Halbjahresende

Auch nach dem Bilanzstichtag setzte Intershop die Portfoliobereinigung fort. Eine Anlageimmobilie in Bad Ragaz wurde mit Gewinn verkauft. Gleichzeitig übernahm die Gesellschaft die Gewerbebauten TPC AG gegen Barmittel.

Damit kommen ein Gewerbeareal mit Entwicklungspotenzial in Kriens sowie eine Gewerbeimmobilie in Stans und Kaufrechte an weiteren Grundstücken ins Portfolio. Nach Ausübung der Kaufrechte umfassen die Immobilien rund 41'000 Quadratmeter vermietbare Fläche und eine jährliche Sollmiete von 6,1 Millionen Franken.

Neuer Leiter Bau und Entwicklung

Personell steht ebenfalls ein Wechsel an: Martin Munz übernimmt per 1. Dezember 2026 die Leitung der Bau- und Entwicklungsabteilung und zieht in die Geschäftsleitung ein. Er folgt auf Mireille Lehmann, die das Unternehmen verlässt.

Ausblick leicht zurückgenommen

Aufgrund der Portfolioveränderungen rechnet Intershop für 2026 neu mit einem stabilen Nettoliegenschaftsertrag. Zuvor war ein stabiler bis leicht höherer Wert in Aussicht gestellt worden.

Dafür dürften die Verkäufe stärker zum Ergebnis beitragen. Intershop erwartet nun einen Verkaufserfolg vor Steuern von mindestens 30 Millionen Franken. Weitere Verkäufe sind geplant, wobei das effektive Ergebnis von der Entwicklung des Transaktionsmarktes im zweiten Halbjahr abhängt.

Beim Reingewinn ohne Bewertungsveränderungen erwartet die Gesellschaft weiterhin einen Wert über dem Vorjahr. Damit soll auch die bisherige Dividendenpolitik fortgeführt werden.